Ich kann ja mal ein paar Erfahrungswerte von mir einbringen:
Ich komme aus dem Bibliotheksbereich und hab im März 2007 den Medienfachwirt bei der TLA begonnen. Entschieden habe ich mich nach den Basisqualifikationen für den Bereich Digitalmedien. Vom Bereich Printmedien kann man einem Fami nur abraten, da gerade der Bereich Kostenmanagement arg schwer ist und da sehr viele durch die Prüfung rasseln. Da bedarf es eigentlich auch Erfahrung im Drucken bzw. aus dem Praxisbereich.
Warum ich mich gerade für den MFW (an der TLA) entschieden habe:
- abgegrenzt von den massigen Kosten war mir die Fami-Ausbildung einfach nicht genug bzw. mein Köpfchen verlangte noch nach etwas "Bildung" - einen Einblick in BWL & Co. zu bekommen fand ich sehr reizvoll, da ich auf meine Bibliothekserfahrungen anders aufbauen wollte
- für die Fernweiterbildung Bibliothekswesen an der FH Potsdam war ich damals zu jung. Aber das was ich von einer lieben Freundin höre die diese Weiterbildung macht...da denk ich nur: ein Glück, dass du das nicht machst. Ich glaub, an diesem Kurs müssen sie wohl noch ein paar Jahre feilen...
- den Informationswirt gab es da noch nicht und die Lust noch ein paar Jahre zu warten war auch nicht da
- ich habe einfach nicht das Geld und die Lust 3 Tage die Woche und noch dazu jeden Samstag 1 Stunde in eine andere Stadt zu einer IHK zu fahren. Der E-Learning-Kurs ist meiner Meinung nach nicht so arg. Klar, es braucht einiges an Selbstmotivation, aber der Vorteil ist eben dass man sich seine Zeit gut selbst einteilen kann. Straffer Zeitplan ist natürlich dennoch gegeben, da 3 Jahre MFW in 18 Monate gepresst werden. Aber es ist eben wie bei jeder Weiterbildung: dass man Freizeit aufgibt, muss man sich vorher bewusst machen!
- der Medienfachwirt bietet interessante Aufgabenfelder. Gut für diejenigen, die vielleicht noch in einem anderen Bereich Fuss fassen wollen oder eben doch die Chance haben in ihrem Arbeitsbereich Fuss zu fassen. Man lernt eben Themen wie BWL, Rechtsbewusstes Handeln, Führungsqualifikationen, Marketing, Projektmanagement, kann den Ausbilderschein ran hängen (das war ein großes Pro für mich!), Personalentwicklung, Medienrecht, Mediengestaltung (im Bibliothekswesen hat man damit nichts zu tun, aber beim Medienfachwirt sind auch viele andere Berufe vertreten die damit ebenso nichts am Hut haben - aber sehr spannend!) und und und...
Ein Grund sich gegen den MFW zu entscheiden:
- Aus finanzieller Sicht würde ich es nicht mehr machen. Ich hab das Darlehen von 3500 Euro bei der KfW aufgenommen, dazu 1500 Euro Meisterbafög die ich nicht zurück zahlen muss. Neben der Weiterbildung an sich kommen noch massig Kosten dazu: Fahrtkosten, Literaturkosten (man sagt zwar es ist neben den Scripten der Akademie nur vertiefende Literatur aber ohne Literatur sind die Prüfungen schwer zu schaffen - find ich zumindest), Übernachtungskosten, Prüfungsgebühren und und und.
Die monatliche Rate kann ich auch nur durch den Kredit zahlen, mit einem Fami-Gehalt ist das einfach nicht zu bewältigen. Mein Arbeitgeber unterstützt mich nicht, was zwar traurig ist aber nun ja.
Einzige Hoffnung: man sollte eigentlich genug bei der Steuererklärung zurück bekommen. Bin mal gespannt, was ich zurück erhalte.
Noch Fragen? Steh ich gern zur Verfügung.

Vielleicht hilft dieser Beitrag ja einigen bei der Entscheidungsfindung.