Buchpreisbindung

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Moonshine.

  • Buchpreisbindung

    Hallo ich melde mich auch mal wieder. :D

    Mich würde eure Meinung zu folgendem Thema interessieren. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt strebt die EU ein Freihandelsabkommen mit den USA an. Ein Bereich dieses Abkommens würde auch die Buchpreisbindung betreffen. Diese wird von den Amerikanern strikt abgelehnt und sollte wen es nach Willen der Verhandlungspartner geht im Rahmen des Freihandelsabkommens abgeschafft werden. Durch Druck verschiedener Lobbygruppen wie zb. dem Börsenverein des deutschen Buchhandels wurde der Bereich in den Verhandlungen ausgeklammert. (Mein aktueller Stand.)

    So was meint ihr brauch man die Buchpreisbindung noch? Wäre eine Abschaffung nicht sinnvoller? Und vor allem was spricht für die Buchpreisbindung?

    Würde mich sehr über Antworten freuen! :)
    "Ein Toter braucht keine Blumen mehr. Ob er zusammengetreten und in die Mülltonne gesteckt wird, oder in einen goldenen Sarg. Das ist für einen Toten ohne jede Bedeutung. Durch Blumen wollen nur die Hinterbliebenen getröstet werden." -Sudou

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bella ()

  • Ich würde es zweiteilen: Buchpreisbindung für wissenschaftliche Literatur, die eine geringe Auflage haben und keine Buchpreisbindung für schöne Literatur (Romane). Hat einen ganz einfachen Hintergrund: die schöne Literatur hat ja i. d. R. einen große Auflage und es können sich viele Leute leisten. Die wissenschaftliche Literatur ist ja nur für einen bestimten Kreis und daher finde ich, dass da eine Preisbindung sinnvoll wäre, weil es sonst u.U. zu teuer wird.
    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)

    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero

    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)
  • Die Buchpreisbindung ist auch ein wichtiger Schutz für kleine Buchhandlungen. Nur so können sie noch mit den großen Riesen wie Amazon, Hugendubel und Thalia mithalten. Ohne eine Buchpreisbindung würden bereits bei druckfrischen Neuerscheinungen die Preise von den Großkonzernen so gedrückt werden, dass die kleine private Buchhandlung ums Eck absolut gar keine Überlebenschance mehr hätte. Viele Existenzen würde so zerstört werden.
    «Bibliotheken in Krisenzeiten zu schliessen, ist wie Krankenhäuser während der Pest zu schliessen.»

    (aus spanischen Protestbriefen gegen die Einsparungen im Kulturbereich)


    "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun,
    werden das Antlitz dieser Welt verändern"
    (Sprichwort der Xhosa)
  • Eve und Susi, ich schließ mich eurer Meinung an. :)
    Außerdem finde ich es persönlich viel besser, wenn man die Preise nicht vergleichen muss... Aber das ist meiner Bequemlickeit zuzuschreiben. :P
    Jedoch habe ich das Gefühl, dass es die Buchpreisbindung iwann nicht mehr geben wird.
    Die Diskussion, ob sie noch benötigt wird, kommt immer wieder auf... (Deswegen finde ich das Thema hier auch so wichtig.)

    Edit:
    Da das Thema ja doch immer wieder auftaucht, habe ich jetzt mal einen eigenen Thread dafür erstellt und es aus dem "Smalltalk" rausgenommen. ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Bella ()

  • Susi87 schrieb:


    Die Buchpreisbindung ist auch ein wichtiger Schutz für kleine Buchhandlungen. Nur so können sie noch mit den großen Riesen wie Amazon, Hugendubel und Thalia mithalten. Ohne eine Buchpreisbindung würden bereits bei druckfrischen Neuerscheinungen die Preise von den Großkonzernen so gedrückt werden, dass die kleine private Buchhandlung ums Eck absolut gar keine Überlebenschance mehr hätte. Viele Existenzen würde so zerstört werden.



    Gerade das ist eines der Argumente, welches gerade die Gegner der Buchpreisbindung anführen. Es handelt sich hierbei um eine ungerechten Vorteil der Buchbranche gegenüber anderen Branchen. Viele traditionelle Unternehmen sind von der Bildfläche verschwunden, weil sie diesen besonderen "Schutz" nicht hatten. Also findet gerade aus amerikanischer eine Art der Wettbewerbsverzerrung statt. Es herrscht nun mal freie Marktwirtschaft und kein Sozialismus. ;)

    Ach Bella der Grund ist natürlich sowas von wahr :D
    "Ein Toter braucht keine Blumen mehr. Ob er zusammengetreten und in die Mülltonne gesteckt wird, oder in einen goldenen Sarg. Das ist für einen Toten ohne jede Bedeutung. Durch Blumen wollen nur die Hinterbliebenen getröstet werden." -Sudou
  • Wir haben hier in Deutschland aber (zum Glück) keine freie Marktwirtschaft sondern den Grundsatz der sozialen Marktwirtschaft.
    «Bibliotheken in Krisenzeiten zu schliessen, ist wie Krankenhäuser während der Pest zu schliessen.»

    (aus spanischen Protestbriefen gegen die Einsparungen im Kulturbereich)


    "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun,
    werden das Antlitz dieser Welt verändern"
    (Sprichwort der Xhosa)
  • Ich wurde gerufen, hier bin ich!
    Ich kann hier allerdings nicht in euren Tenor einstimmen.
    Die Buchpreisbindung wurde in der Schweiz 2009 abgeschafft, deren Wiedereinführung ist glaub auch nicht durchgekommen.
    Man kann darüber denken, wie man will, aber die Argumentation zu den kleinen Buchhandlungen stimmen nicht. Das ist ne Illusion, die gehen so oder so vor die Hunde. Ich sehe es hier selbst, man konnte es auch bei den Kinos sehen. Das ein Geschäft gut läuft hat auch was mit dem Standort, dem Angebot, Reichweite etc zu tun und da können die kleinen Läden nicht mithalten. So ist nun mal das mit der Marktwirtschaft, grad bei Geschäften die nichts Exklusives verkaufen.
    Davon abgesehen, dass ja auch die Verlage sich sowiesi sparen und nur noch auf " Mainstream" setzen. Einer der grossen Publikumsverlage - Name hab ich vergessen - hat sein Lektorat abgeschafrt und lässt nun seine Kunden in einem Forum abstimmen, welche Geschichte den wert ist zu drucken.
    Und ganz ehrlich, in der Schweiz ist damals nichts grosses passiert. Den einzigen, den es schaden könnte, sind den kleinen Fachbuchverlagen, aber wie gesagt, die werden sowieso zu Tode gedrūckt.
    Unter welcher Rechtfertigung haben wir denn noch eine Buchpreisbindung? Bei Musik, Theater, Film etc wird ja auch Kultur " verschleudert"
    Dann lieber mal bewusst ein Buch eines kleinen Verlag kaufen. Grade als Bibliotheken.
  • Edric Saar schrieb:


    Ach Bella der Grund ist natürlich sowas von wahr :D

    Meine Bequemlichkeit oder was meinst jetzt? XD

    @ Lara:
    Hui, dein Posting stimmt mich ganz schön nachdenklich...
    Und ich glaub, sowas Ähnliches hast du schon mal geschrieben vor ein paar Jahren? ... Habe gerade ein Déjà-Vu-Effekt... XD
    Unrecht hast du nicht... Die größeren Buchhandlungen bieten mittlerweile ja wirklich alles Mögliche an. oO
    Und etliche kleine mussten schließen oder wurden von den Riesen "gefressen" ...
    Trotzdem bin ich für die Preisbindung bei Büchern. o.o
    Ich hab das Gefühl, wenn der Wettbewerb für die Bücherpreise eröffnet wird, sinkt das Buch... kA in der Qualität der Verarbeitung, da es dann nur noch besonders billig sein wird? o.o Genau kann ich es nicht sagen. Aber der Gedanke, die Bindung aufzuheben, ist mir zuwider und war es auch schon immer, seit ich von ihr erfahren hab.
    Und wie ist das mit den Autoren? Würden die dann nicht noch weniger an einem Buch verdienen?
  • Bella schrieb:

    Zitat von »Edric Saar«

    Ach Bella der Grund ist natürlich sowas von wahr

    Meine Bequemlichkeit oder was meinst jetzt? XD


    Klar! Bisher der beste Grund!^^

    Zum Thema "Buchpreisbindung - rettet kleine Buchhandlungen und Tradition" Empfehle ich einfach die Seite des deutschen Börsenvereins. Dort gibt es interessante Artikel zu diesem Thema. Die Anzahl stationärer Buchhandlungen geht immer weiter zurück. Hierfür gibt es drei Gründe:

    1. Wie Bella sagt, die kleinen werden von den Riesen "gefressen". ;)
    2. Sie gehen einfach pleite.
    3. Man findet keinen passenden Nachfolger, der die Buchhandlung weiterführt.

    Soviel vom Börsenverein.


    Hier ein Artikel der die aktuelle Problematik ganz gut beschreibt
    Thalia im Minus

    Und nach eines möchte ich anmerken, wen die Buchpreisbindung wirklich zum Schutz kleiner Buchhandlungen beiträgt, wie konnte sich dann Amazon zum quasi Buchhändler Nummer 1 in Deutschland aufschwingen?

    befami schrieb:

    Unter welcher Rechtfertigung haben wir denn noch eine Buchpreisbindung? Bei Musik, Theater, Film etc wird ja auch Kultur " verschleudert"...


    Genau das sagen die Amis auch. :) Wettbewerbsverzerrung zu Gunsten einer bestimmten Branche.


    Gibts sonst noch Argumente die dafür sprechen?
    "Ein Toter braucht keine Blumen mehr. Ob er zusammengetreten und in die Mülltonne gesteckt wird, oder in einen goldenen Sarg. Das ist für einen Toten ohne jede Bedeutung. Durch Blumen wollen nur die Hinterbliebenen getröstet werden." -Sudou
  • @ Edric: Okay... XD


    Naja, aber wenn so viele Argumente eigentlich dagegen sprechen... Warum wurde die Buchpreisbindung dann überhaupt angeschafft? :verwirrt:
    Dann hätte man die ja gleich weglassen können... Oder nicht?
    Und ich finde, nur weil es nirgendwo anders im kulturellen Bereich keine Preisbindung gibt, heißt das ja nicht, dass das okay ist.. o.o
    Das ist für mich kein Maß.
    Aber vielleicht lieb ich das Buch an sich auch vielzusehr... x_x

    Gilt die Preisbindung eigentlich auch bei eBooks oder ist die wirklich nur für Printmedien?
    Ich weiß, dass es für Printmedien angedacht war - aber wie wird das eigentlich gehandhabt?
  • Das Problem der kleinen Buchhandlungen ist, dass sie zwar durch die Ladenpreisbildung keine Dumpingpreise anbieten müssen, allerdings bekommen die "Großen" und Ketten von den Verlagen ganz andere Rabatte, da sie ja auch größere Mengen abnehmen... Weshalb der Gewinn pro verkauftem Buch natürlich höher ist. Bei Amazon etc. kommt dann noch die Bequemlichkeit der Kunden dazu, Bücher online zu bestellen und kostenlos zugeschickt zu bekommen. Keine Parkplatzprobleme in den Städten, rund um die Uhr geöffnet... Da kann individuelle Beratung, evtl. noch durch ausgebildetes Fachpersonal (= Buchhändler) nicht mithalten. Im Versand kann man das Geld auch sparen, siehe Lohndiskussion bei Amazon, wo es ja um Versandhandeltarife geht... Da braucht der Einzelbuchhändler um die Ecke schon was besonderes, um mithalten zu können...neben Idealismus.
    Ohne Preisbindung wäre es wohl noch schlimmer, dann würden sich die Leute evtl. noch im Buchgeschäft umsehen, aber online billiger bestellen. Aber das ist, wie schon erwähnt, in anderen Branchen auch nicht besser. Wo gibt es denn noch Elektro-Einzelhändler oder Fotogeschäfte, die inhabergeführt sind?
    Diskutiere niemals mit Idioten,
    sie ziehen Dich auf ihr Niveau
    und schlagen Dich dort mit Erfahrung.
  • Die Buchhandlung, wo ich mein Buchhandelspraktikum während der Ausbildung machte, meinte der Inhaber, wegen der Preisbindung werden den Börsenverein und den Buchhandlungen von den Verlagen Sozialismus vorgeworfen..

    Hab der besten Freundin meiner Mutter an den Kopf geknallt, sie soll ihren faulen Hintern in die Buchhandlung bewegen und den Buchhändler unterstützen.
    Wo ich vor 10 Jahren meinen Real machte, gab es noch 5 Buchhandlungen in der Innenstadt, mittlerweile nur noch 2. Einen Thalia und eine kleine Buchhandlung.
    Coco Bandicoot:
    [Crash attacks her] I'm telling mom! If we had one.
    Coco: Ouch! All right! I'll get revenge when you're sleeping!

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  • du kriegst bei großen nicht immer alles habe bei eine runibuchhandlung mal als einzige buchhahndlung ein werk für meinen lk gekriegt
    “Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen