Ein Leben lang in der gleichen Bib arbeiten? Wie oft habt ihr eure Stelle gewechselt?

Es gibt 38 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Moonshine.

  • Ein Leben lang in der gleichen Bib arbeiten? Wie oft habt ihr eure Stelle gewechselt?

    Hallo alle zusammen!

    Meine Situation ist folgende: Bin nach der Ausbildung von meiner Ausbildungsbibliothek (kleine WB) übernommen worden und hab ein paar Jahre dort gearbeitet. Eigentlich gefällts mir in der Bibliothek wirklich gut. Nette Kollegen, netter Chef, kein Stress, meine Arbeit wird auch geschätzt, es gibt Gleitzeit, ich hab ein eigenes Büro und mein Vertrag ist unbefristet. Eigentlich super Bedingungen, die ich grundsätzlich auch zu schätzen weiß. Nur fühle ich mich mit den Aufgaben auf Dauer unterfordert, es gibt keine Möglichkeiten mich weiterzubilden und ich weiß wirklich nicht ob ich mein Leben lang dort bleiben will. Ich würde ganz gern auch mal für ein paar Jahre in ner ÖB arbeiten, einfach um mal noch eine andere Facette des Berufs kennenzulernen und mehr Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen zu sammeln. Aber soll ich meinen sicheren Job mit unbefristetem Vertrag einfach so aufgeben? Was tun wenn ich zu nem neuen Arbeitgeber wechsel und es mir dort nicht gefällt? Zurückwechseln wär dann wohl eher schwierig.
    Wie oft habt ihr schon den Arbeitgeber gewechselt und welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Gab es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bibliotheken? Wie leicht ist es überhaupt von ner WB in ne ÖB zu wechseln? Hat man da ohne Erfahrung Chancen bei der Bewerbung?
    Freue mich auf eure Antworten!
  • Die Sache bei unseren Beruf ist, das es kaum Stellen gibt und es dementsprechend schwerer wird einen Job zu finden. Wenn du nicht quer durch Deutschland ziehen willst, solltest du erstmal bei deinen Job bleiben.
    Ich kann dein Problem nachvollziehen, hab mir schon während der Ausbildung Gedanken darüber gemacht und bin deswegen in ein Archiv gewechselt, weil Akten erschließen interessanter und geistig etwas anspruchsvoller ist als Schildchen auf Bücher zu kleben...
    Du könntest z.B. ein Fernstudium an der FH Potsdam machen, mit Bachelor fallen dir vielleicht nochmal andere Aufgabenbereiche zu.
    Wie du selbst schreibst bist du mit deinen Arbeitsklima zufrieden, das ist das wichtigste. Es gibt nichts schlimmeres als mit Leuten zusammen arbeiten zu müssen die man nicht mag. Und ÖD unbefristet ist irgendwo schon eine Lebensversicherung...einfach wegwerfen würde ich den Job also nicht.
    Das Problem an ÖD sind nach ein paar Jahren die Kündigungsfristen und die damit verbundenen Probleme mit dem Arbeitsbeginn von Jobausschreibungen.
    Also, falls du ungebunden bist und dir egal ist wo in Deutschland du lebst (bedenke das man sich mit E5/E6 schlecht alleine ein Leben in München leisten kann) kannst du dich ja erstmal auf gut Glück bewerben.
    ÖB ist von den Arbeitszeiten her und den Umgang mit Nutzer halt eine ganz andere Sache, wobei Kleinstädte da nochmal ein großer Unterschied zu Großstädten sind.

    Keine Ahnung ob mein Gedankengang grade sinnvoll war, aber red z.B. einfach mal mit ÖBlern wie es denen so im Job geht.

    Ps. Wäre ich in einer Bibliothek geblieben, hätte ich auch in eine kleinere bis mittlere ÖB gewollt. Jeder muss überall mal mit anpacken und bei einer WB/UB kann es halt sein das du dein Leben in 1 Abteilung versauerst. (Außer jemand wird Schwanger und du kriegst sein besseres Arbeitsfeld)
  • ich habe seit 2010 meine Bibliothek 3x gewechselt.
    Wurde in einer UB ausgebildet, dann konnten wir nicht übernommen werden. Habe ich irgendwann eine Stelle einer UB in Bayern bekommen und da es sicher war, dass ich nicht verlängert werden konnte, bin ich nach Hessen in eine ÖB gewechselt.
    Der Übergang ging fließend ohne Probleme. Aber halt auch nur eine Schwangerschaftsvertretung..
    Coco Bandicoot:
    [Crash attacks her] I'm telling mom! If we had one.
    Coco: Ouch! All right! I'll get revenge when you're sleeping!
  • Ich habe in einer winzigen FH-Bibliothek gelernt, wo ich im Anschluss an meine Ausbildung das Glück hatte eine Elternzeitvertretung machen zu können. Nach etwas mehr als einem Jahr war die aber auch vorbei, war in dem Moment nicht sooo schlimm da ich kurz danach selber in den Mutterschutz gegangen bin. ;)
    Nach der Elternzeit war es wirklich schwer wieder irgendwo rein zu kommen. Ich hätte dann in einer ÖB als Krankenvertretung anfangen können. 20h und mit 14 Tagen Kündigungsfrist. Die Stelle habe ich schweren Herzens abgelehnt. Kurz danach habe ich eine Stelle in der freien Wirtschaft, 20h unbefristet, bekommen. Top!
    Was ich sagen will: je nachdem wo du wohnst guck dir den ARbeitsmarkt vor Ort an! Wird nicht teilweise sogar der Austausch ins Ausland etc unterstützt? Momentan überlege ich mich für das Fernstudium zu bewerben um bessere Chancen auf dem Markt zu haben - andererseit bin ich hier auch laut Arbeitsvertrag als Bibliothekarin angestellt und nicht als Assistentin...aber ob das beim bewerben im ÖD was zählt?
    Ich sehe mich hier ehrlich gesagt nicht am Ende der "Karriereleiter", solange man nicht gebunden ist mag das noch gehen. Du solltest dir halt ziemlich sicher sein, dass du dich später nicht ärgerst den sicheren Job aufgegeben zu haben.
  • öd ist schwer reinzukommen (angeblich) wenn man wirtschaft war, aber ich denke wenn du so eingruppiert warst kannst du es peobieren ;)
    “Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen
  • Moonshine schrieb:

    öd ist schwer reinzukommen (angeblich) wenn man wirtschaft war, aber ich denke wenn du so eingruppiert warst kannst du es peobieren ;)
    Meine Vorgängerin ist in den ÖD gewechselt, ich habe Hoffnung. ;)
    Wobei ich sagen muss, dass ich auch in meiner Anstellung an der FH höher eingruppiert war als E6. Da hatte ich großes Glück und auch den entsprechenden Aufgabenbereich. Nichts ist unmöglich.
  • Was ich ja mist finde, wenn man paar Jahre gearbeitet hat und man dann wechseln muss, weil die Elternvertretung zurück kommt und man woanderst anfängt, dass es dann wieder mit der 2 oder 1 losgeht -.-
    Wenn du vorher in die 3 aufgestiegen bist..
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  • Frankenstein schrieb:

    Was ich ja mist finde, wenn man paar Jahre gearbeitet hat und man dann wechseln muss, weil die Elternvertretung zurück kommt und man woanderst anfängt, dass es dann wieder mit der 2 oder 1 losgeht -.-
    ist die frage ob das so legal ist denn du hast ja dann die erfahrung in jahren...
    “Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen
  • Moonshine schrieb:

    Frankenstein schrieb:

    Was ich ja mist finde, wenn man paar Jahre gearbeitet hat und man dann wechseln muss, weil die Elternvertretung zurück kommt und man woanderst anfängt, dass es dann wieder mit der 2 oder 1 losgeht -.-
    ist die frage ob das so legal ist denn du hast ja dann die erfahrung in jahren...
    Ist legal, weil es im Tarifvertrag steht. Da ist der Tarifvertrag leider auf Zeiten des Arbeitgebers.
    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)

    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero

    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)
  • aus dem Grund habe ich ja die Vermutung, dass manche Bibliotheken, um Geld zu sparen, einige Stellen immer nur auf 2 Jahre befristen und dann den nächsten einstellen, um die Lohnkosten möglichst gering zu halten..
    hatte ich auch schon Gespräche gehabt, wo es nur um 2 Jahresstellen ging und vor und nach mir dann weitere eingestellt worden wären..
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  • Besonders die deutsche Vorzeigebibliothek macht das gern.
    Eine Stelle, wo ich im Juli 2013 das Gespräch habe, haben die exakt den selben Text 2015 nochmal ausgeschrieben und 2017 habe ich den selben Ausschreibungstext nochmal gesehen.. da fragt man sich echt..
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  • hasr du ist paar Wochen her die frechlichkeit (king julien aus Pinguine aus Madagascar Zitat ) vom Bundesverfassung Gericht gelesen halbe Stelle meine ich befristet meine ich und e5 also die sollten es eigentlich besser wissen dachte ich.
    Die hatten das meine ich über inetbib Geschickt
    Dann kam paar Tage später der Rückruf der Stelle dachte ich ok was war da los?
    Geil fand ich Hamburg die haben Stelle veröffentlicht ich mich brav beworben und dann kam zurück April.es war falsch eingestellt hatte nicht rein gestellt werden sollen . Ajem öd!!
    “Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen
  • Ja, leider schaffen es die heutzutage ausgebildeten nur noch in Einzelfällen ohne mal die Stelle zu wechseln. Immer nur befristet geht einem echt auf den Senkel. Ständig so flexibel sein, dass man umziehen kann, klappt ja nun einmal auch nicht immer. Und möchte man ja auf Dauer auch nicht. Da kann man nur hoffen, dass man nach der befristeten Stelle bleiben darf und entfristet wird...

    Echt schade, dass so mit den Fachkräften umgegangen wird. So eine Bibliothek, von der ich ab und an Stellenanzeigen mit gleichem Inhalt sehe, kenne ich auch :(
    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat." Helen Hayes