Ausbildung nach Studium

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Moonshine.

  • Ausbildung nach Studium

    Hallo Leute!

    ich möchte hier eine für mich sehr wichtige frage loswerden und würde hier gerne eure Meinungen, antworten und vorschläge dazu hören.

    grob geht es um meine berufliche Zukunft/Orientierung.

    nach dem abi wollte ich eine Ausbildung zum fami machen, habe mich aber dann doch für ein Studium entschieden. nun studiere ich Soziologie im 4ten Semester. Das fach ist sehr leselastig und anders als die meisten denken, sehr anspruchsvoll. mir macht es spaß und ich habe gute bis sehr gute noten. das einzige Problem, was mir sorgen bereitet sind die Berufsaussichten. ein soziologiestudium prädesteniert einen zwar nicht für die Arbeitslosigkeit, doch die Berufschancen sind dennoch begrenzt. das ist eine komplizierte geschichte und ich will hier nicht zu weit ausholen, jedenfalls kann es unter umständen schwierig sein eine arbeit nach so einem Studium zu finden. es gibt zwar Möglichkeiten, wo man als Soziologe einsteigen könnte, doch das alles muss nicht immer klappen. so ist die Wahrscheinlichkeit, dass man danach arbeitslos bleibt, hoch, so hoch, dass man diese Möglichkeit nicht ignorieren sollte. um mich vor einer Arbeitslosigkeit nach dem Studium zu schützen, spiele ich mit dem Gedanken eine Ausbildung zum fami zu machen.

    ein weiterer wichtiger aspekt in meiner geschichte, ist mein alter. ich bin schon 25 (ich habe zwischenzeitlich meinen Wehrdienst gemacht und arbeite neben Studium) und sollte ich das Studium durchziehen, dann werde ich etwa 27 jahre alt sein.

    ich weiss nun nicht, wie ich mich entscheiden soll und da brauche ich eure Meinung und ratschlag.

    macht es sinn das Studium abzubrechen und eine Ausbildung zum fami anzufangen? das wäre vielleicht gut, weil ich noch 25 bin und damit zu einem möglichen ausbildungsbeginn nicht so alt wäre, wie wenn ich mein Studium zu ende machen würde. spielt es denn eine rolle, ob ich mich mit 25 und nach einem angebrochenen Studium bewerbe oder mit 27 und einem fertigen abschluss? wie wichtig ist das alter für eine Bewerbung? habe ich schlechte karten, wenn ich mich mit 25 für eine Ausbildung bewerbe, weil ich schon so alt bin? habe ich noch schlechtere karten, wenn ich mich mit 27 bewerbe? oder sind diese zwei jahre egal und es ist eh alles scheiße? andererseits möchte ich das Studium eigentlich zu ende machen, es macht mir spaß und ich bereue es nicht, dieses fach zu studieren, ich muss mich auch nicht zum lernen zwingen etc. finanziell ist auch alles gut, ich bezahle alles selber, noten sind gut, alles ist ok. die berufschancen machen mir bloß angst.

    ich habe von leuten gelsen, die nach ihrem Studium nichts gefunden haben oder das Studium vorzeitig abgebrochen haben und eine Ausbildung angefangen haben. ich hätte im Prinzip kein Problem damit mach einem Studium auf Ausbildung umzusteigen, ich bin da nicht so elitär und sehe darin keinen statusverlust. auch das niedrige azubigehalt würde mich nicht stören, weil ich es als Student gewohnt bin ;/ und dass ich älter als manche andere Azubis oder sogar meine kollegen wäre, stört mich ersteinmal auch nicht, zumindest kann ich es mir nicht vorstellen, dass es da irgendwelche Probleme geben könnte. also eigentlich habe ich mit einer Ausbildung kein Problem.

    ergänzend muss ich sagen, dass die ausbildungsoption keine Notlösung ist, nach dem Motto, Hauptsache irgendwas machen. nein, so ist es nicht. ich habe mich schon vor dem Studium für ausbildungsplätze beworben, hatte auch paar Vorstellungsgespräche. ich mag Bibliotheken, mag die atmosphere darin, halte mich dort gerne auf. ich mag bücher und lesen, bin medienaffin, technik ist auch kein Problem. kann auf leute zugehen und kommunikativ sein. das war schon damals so, als ich mich für eine Ausbildung beworben habe und bis jetzt hat sich das auch nicht großartig verändert. also wieso nicht? ich habe durchaus Interesse an einer arbeit in bilbliothek und eine Ausbildung zum fami ist für mich nicht "irgendwas, hauptsache was".

    wie sieht also eure Meinung aus? wie würdet ihr euch entscheiden und warum? habt ihr Erfahrungen mit älteren Azubis, mit Studienabbrechern oder ehem. Studenten, die sich dann für eine Ausbildung entschieden haben?

    danke für eure antworten und gruß!
  • Dein Alter spielt keine Rolle. Ich hatte zwei Mitazubis, die schon 30 waren bei Ausbildungsbeginn. Eine hatte vorher eine andere Ausbildung gemacht und in dem Beruf dann auch gearbeitet. Die zweite hatte ein abgeschlossenes Studium. Du musst dich mit der Entscheidung wohlfühlen und für mich liest sich das so, als ob du dich für die Ausbildung schon entschieden hast. Bewirb dich und versuch dein Glück! Du musst aber auch bei uns wissen, dass auch bei uns die Jobs nicht vom Himmel fliegen und man schon bereit sein muss, sich nach der Ausbildung bundesweit bzw. wenigstens in den benachbarten Bundesländern zu bewerben. Dann findet man auch einen Job. Ansonsten hättest du mit deiner Vorbildung immer noch die Möglichkeit ein Bibliotheksstudium zu machen (Bachelor) oder wenn du deine Fähigkeiten ausm jetztigen Studium nutzen willst, kannst du auch versuchen einen Platz als Referendariat in einer Bibliothek zu bekommen.
    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)

    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero

    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)
  • Ich sehe in dem Alter auch kein Problem, wir hatten auch schon eine Azubine die sogar schon den Magister hatte. Aber Eve hat Recht, du musst die bewusst sein dass man meist nicht an einem Standort bleiben kann...
    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat." Helen Hayes
  • Mela89 schrieb:

    Ich sehe in dem Alter auch kein Problem, wir hatten auch schon eine Azubine die sogar schon den Magister hatte. Aber Eve hat Recht, du musst die bewusst sein dass man meist nicht an einem Standort bleiben kann...
    Das kann ich nur bestätigen. Ausbildung in Frankfurt (Hessen), dann in Würzburg (Bayern), jetzt in Darmstadt (Hessen). Flexibilät wird vorrausgesetzt.

    Und mach dir wegen dem Alter keine Sorgen. Ich hatte auch Umschüler in meiner Berufsschulklasse, die schon die 40 überschritten. Einer kündigte, die andere war blind und zog es mit guten Abschluss durch.
    Coco Bandicoot:
    [Crash attacks her] I'm telling mom! If we had one.
    Coco: Ouch! All right! I'll get revenge when you're sleeping!
  • Twice schrieb:

    Mela89 schrieb:

    Ich sehe in dem Alter auch kein Problem, wir hatten auch schon eine Azubine die sogar schon den Magister hatte. Aber Eve hat Recht, du musst die bewusst sein dass man meist nicht an einem Standort bleiben kann...
    Das kann ich nur bestätigen. Ausbildung in Frankfurt (Hessen), dann in Würzburg (Bayern), jetzt in Darmstadt (Hessen). Flexibilät wird vorrausgesetzt.
    Und mach dir wegen dem Alter keine Sorgen. Ich hatte auch Umschüler in meiner Berufsschulklasse, die schon die 40 überschritten. Einer kündigte, die andere war blind und zog es mit guten Abschluss durch.
    kenn ich auch unsere älteste war 36 ich 31
    “Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen
  • Mal abgesehen davon, welche Art der Ausbildung man anstrebt, sehe ich jede Form der persönlichen Weiterbildung als sehr positiv an. Nicht umsonst heisst es Stillstand ist Rückschritt. Ich war knapp 40, als ich mich entschlossen habe meinen Bachelor in BWL per Fernstudium zu machen. Beides gleichzeitig war zwar anstrengend, doch hatte ich eine große Motivation. Ich wollte einfach keine weiteren 25 Jahre bis zur Rente in der Firma wo ich war "versauern". und ich habe es geschafft

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von DeboraS ()

  • DeboraS schrieb:

    Mal abgesehen davon, welche Art der Ausbildung man anstrebt, sehe ich jede Form der persönlichen Weiterbildung als sehr positiv an. Nicht umsonst heisst es Stillstand ist Rückschritt. Ich war knapp 40, als ich mich entschlossen habe meinen Bachelor in BWL per Fernstudium zu machen. Beides gleichzeitig war zwar anstrengend, doch hatte ich eine große Motivation. Ich wollte einfach keine weiteren 25 Jahre bis zur Rente in der Firma wo ich war "versauern". und ich habe es geschafft
    Das stimmt. Deshalb habe ich ja auch Fachabi mit der Ausbildung parallel gemacht und der Bachelor kommt auch noch.
    Momentan lasse ich mich Abends nach der Arbeit noch in Karate und Selbstverteidigung ausbilden und setz dann nach den braunen bzw. schwarzen Gürtel dann noch den Bachelor drauf.
    Coco Bandicoot:
    [Crash attacks her] I'm telling mom! If we had one.
    Coco: Ouch! All right! I'll get revenge when you're sleeping!
  • Twice schrieb:

    DeboraS schrieb:

    Mal abgesehen davon, welche Art der Ausbildung man anstrebt, sehe ich jede Form der persönlichen Weiterbildung als sehr positiv an. Nicht umsonst heisst es Stillstand ist Rückschritt. Ich war knapp 40, als ich mich entschlossen habe meinen Bachelor in BWL per Fernstudium zu machen. Beides gleichzeitig war zwar anstrengend, doch hatte ich eine große Motivation. Ich wollte einfach keine weiteren 25 Jahre bis zur Rente in der Firma wo ich war "versauern". und ich habe es geschafft
    Das stimmt. Deshalb habe ich ja auch Fachabi mit der Ausbildung parallel gemacht und der Bachelor kommt auch noch.Momentan lasse ich mich Abends nach der Arbeit noch in Karate und Selbstverteidigung ausbilden und setz dann nach den braunen bzw. schwarzen Gürtel dann noch den Bachelor drauf.
    Klasse
    “Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen
  • Moonshine schrieb:

    Twice schrieb:

    DeboraS schrieb:

    Mal abgesehen davon, welche Art der Ausbildung man anstrebt, sehe ich jede Form der persönlichen Weiterbildung als sehr positiv an. Nicht umsonst heisst es Stillstand ist Rückschritt. Ich war knapp 40, als ich mich entschlossen habe meinen Bachelor in BWL per Fernstudium zu machen. Beides gleichzeitig war zwar anstrengend, doch hatte ich eine große Motivation. Ich wollte einfach keine weiteren 25 Jahre bis zur Rente in der Firma wo ich war "versauern". und ich habe es geschafft
    Das stimmt. Deshalb habe ich ja auch Fachabi mit der Ausbildung parallel gemacht und der Bachelor kommt auch noch.Momentan lasse ich mich Abends nach der Arbeit noch in Karate und Selbstverteidigung ausbilden und setz dann nach den braunen bzw. schwarzen Gürtel dann noch den Bachelor drauf.
    Klasse
    Selbstverteidigung braucht man heutzutage einfach, nach dem was man so in den Nachrichten hört.
    Coco Bandicoot:
    [Crash attacks her] I'm telling mom! If we had one.
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  • Moonshine schrieb:

    Ach du sch...
    Er rief sogar immer in der Teilbibliothek an und wollte mit ihr reden. Als pubertierender Schüler war ich auch in eine FaMI verknallt, aber betrieb nie Stalking, stellte mich bloß immer bei ihr an, um von ihr bedient zu werden, aber das wars auch schon. Jeder kennt das bestimmt, wer in der Pubertät war.
    Coco Bandicoot:
    [Crash attacks her] I'm telling mom! If we had one.
    Coco: Ouch! All right! I'll get revenge when you're sleeping!