Hätten wir in fünf Fachrichtungen unterrichtet werden sollen?

  • War bei uns in Leipzig das selbe, was ich persönlich aber nicht als allzu traumatisch empfand. Stellen im [lexicon]Meddok[/lexicon]-Bereich gibt es eh nicht so viele, zumindest was die Fotodok. angeht. Schade ist es natürlich trotzdem.


    Bei uns gab es nicht BWL sondern WVL (Wirtschafts ...) ist aber so schlecht nicht. Kenne viele Fami´s die nicht mehr in der Bibo arbeiten dafür aber z. B. in der Verwaltung als Sachbearbeiter bzw. Bürosachbearbeiter. Von daher nicht das Schlechteste. Sprich dert unterschied zwischen Famis und Fachangestellten für Bürokommunikation ist deswegen nicht sooooooooooooooooooo groß.

    Es ist noch gar nicht so lange her, da wären wir empört gewesen, wenn junge Mädchen solche Bücher gelesen hätten, wie sie sie jetzt schreiben.

  • ... Unsere Lehrerin meint immer zu uns, dass die Meddoks eine eigene Schule haben, in der sie fachspezifisch - also ohne die anderen [lexicon]FR[/lexicon] - ausgebildet werden (eben das genannte medizinische Vorwissen etc.), wieso zählt der Bereich dann überhaupt noch zu uns? ...


    Das ist definitiv nicht korrekt. Sie verwechselt da offensichtlich MDAs mit FaMIs [lexicon]FR[/lexicon] [lexicon]MedDok[/lexicon]. Für MDAs gibt es gleich mehrere Fachschulen. FaMI MedDoks werden genauso wie alle anderen Fachrichtungen an den dafür vorgesehenen Berufsschulen unterrichtet. Das sie hierbei mangels qualifizierter Fachlehrer einen schwierigen Stand haben, ist wieder eine andere Geschichte.

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.

  • Das ist definitiv nicht korrekt. Sie verwechselt da offensichtlich MDAs mit FaMIs [lexicon]FR[/lexicon] [lexicon]MedDok[/lexicon]. Für MDAs gibt es gleich mehrere Fachschulen. FaMI MedDoks werden genauso wie alle anderen Fachrichtungen an den dafür vorgesehenen Berufsschulen unterrichtet. Das sie hierbei mangels qualifizierter Fachlehrer einen schwierigen Stand haben, ist wieder eine andere Geschichte.

    Hätte mich auch sehr gewundert, unsere (zum Glück nicht mehr Klassen-) Lehrerin hat da schon immer ziemlich viel komisches Zeug gebrabbelt :p Bleibt einem nur ewig im Kopf, wenn man sowas hört!

  • BWL, also Buchhaltung, war bei uns ein einziger WITZ
    Wir sind nicht weiter gekommen bis zur einfachen Bilanz und bei der [lexicon]Abschlussprüfung[/lexicon] gab so ne leichte Aufgabe, dass ich mich selbst hektisch frage, ob ich irgendwie auf den Kopf gefallen bin und jetzt total alles falsch mache...ach ja.
    Ich weiss es ist öde, aber:


    Aber warum kann man nicht einfach einheitliche Konzept für alle FaMis (den Anspruch, dass es auch Länderübergreifend funktionieren würde wage ich hier nicht mal zu erheben) in GANZ Deutschland gestaltet werden und welches dann auch an allen Berufsschulen angewandt wird??
    Bin ich altmodisch naiv oder was....?
    (Nein, jetzt sagt nicht: "Willkommen in Deutschland!" einmal im Tag reicht mir das...)

  • "Willkommen in Deutschland!" :baeh:
    Nein im Ernst, das gleiche frage ich mich auch schon lange. Aber das wird wohl nie funktionieren. Ich glaub durch den Föderalismus in Deutschland geht das auch gar nicht so einfach mit dem Vereinheitlichen. Deshalb unterscheiden sich ja auch die Lehrpläne an den "normalen" Schulen so stark in den einzelnen Bundesländern.

    «Bibliotheken in Krisenzeiten zu schliessen, ist wie Krankenhäuser während der Pest zu schliessen.»


    (aus spanischen Protestbriefen gegen die Einsparungen im Kulturbereich)



    "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun,
    werden das Antlitz dieser Welt verändern"
    (Sprichwort der Xhosa)

  • Ich greife den Faden hier mal auf.


    Also bei meiner Ausbildung (Sachsen/Leipzig) wurden an der Berufsschule bis zur [lexicon]Zwischenprüfung[/lexicon] die Fachrichtungen Bibliothek und [lexicon]Archiv[/lexicon] für alle unterrichtet. Ab der [lexicon]Zwischenprüfung[/lexicon] war der Fachunterricht dann nur noch für die jeweilige Fachrichtung (in meinem Fall, [lexicon]Archiv[/lexicon]). Wir hatten dadurch während der Berufsschule ca. 8-12 Unterrichtsstunden in der Fachrichtung [lexicon]Archiv[/lexicon] in der Woche. In der [lexicon]Abschlussprüfung[/lexicon] wurde dann im Fachbezogenen Teil auch nur für die jeweilige Fachrichtung geprüft.


    Die anderen Fachrichtungen haben wir von einer fachfremden Lehrerin nur sehr oberflächlich vermittelt bekommen. Prüfungsrelevant war von den anderen Fachrichtungen eigentlich nichts. Was ich an Wissen aus anderen Fachrichtungen mitgenommen habe (z.B. [lexicon]IuD[/lexicon], Bildagentur) kam fast nur aus einem Praktikum.
    Wie tiefgehend die anderen Unterrichtseinheiten vermittelt werden, hängt leider stark vom Lehrer ab. Im 1. Lehrjahr hatten wir z.B. eine super Lehrerin für Wirtschafts- und Verwaltungslehre, ab dem 2. Lehrjahr einen Märchenonkel der alles mögliche erzählte, aber davon eher wenig zum Fach...

    Zitat

    Theo Retisch:
    FaMI MedDoks werden genauso wie alle anderen Fachrichtungen an den dafür vorgesehenen Berufsschulen unterrichtet.

    In Sachsen gibt es noch den Medizinischen Dokumentationsassistenten parallel zum FAMI Med. Dok. Dafür gibt es u.a. in Dresden eine eigene Berufsakademie und das ist auch einer der Gründe, warum der FAMI Med. Dok. sich in Sachsen bisher kaum durchsetzen konnte. In anderen Bundesländern scheint der FAMI Med.Dok. schon weiter verbreitet zu sein.


    Ich habe von einem FAMI aus einem anderen Bundesland gehort, dass zum Teil alle Fachrichtungen in der [lexicon]Abschlussprüfung[/lexicon] abgefragt werden und das Ganze in der Berufsschule weniger fachspezifisch behandelt wird. Ich finde das einerseits gut, weil man ggf. leichter in eine andere Fachrichtung wechseln könnte, andererseits schwierig, weil eventuell weniger Fachwissen für die eigene Fachrichtung vermittelt wird.

  • In Sachsen gibt es noch den Medizinischen Dokumentationsassistenten parallel zum FAMI Med. Dok. Dafür gibt es u.a. in Dresden eine eigene Berufsakademie und das ist auch einer der Gründe, warum der FAMI Med. Dok. sich in Sachsen bisher kaum durchsetzen konnte. In anderen Bundesländern scheint der FAMI Med.Dok. schon weiter verbreitet zu sein.


    Ich habe von einem FAMI aus einem anderen Bundesland gehort, dass zum Teil alle Fachrichtungen in der [lexicon]Abschlussprüfung[/lexicon] abgefragt werden und das Ganze in der Berufsschule weniger fachspezifisch behandelt wird. Ich finde das einerseits gut, weil man ggf. leichter in eine andere Fachrichtung wechseln könnte, andererseits schwierig, weil eventuell weniger Fachwissen für die eigene Fachrichtung vermittelt wird.

    Den MDA gibt es, meines Wissens, noch in ganz Deutschland. Ist ja in dem Sinne keiner Vorläufer, sondern nur eine andere Ausbildung für den mittleren Dienst im Med. Dok.-Bereich. In Baden-Württemberg gibt es vier Ausbildungsstätten für Med. Dok.-FaMIs. Dafür, dass sich die Verantwortlichen gewünscht haben, dass es mit der Fachrichtung Bibliothek mal die stärkte Fachrichtung wird, finde ich das schwach. Quelle


    Also in Calw wurden über die gesamten drei Jahre alle fünf Fachrichtungen unterrichtet und ich würde mal behauptet, dass wir dank Vertiefungsunterricht alle notwendigen Grundlagen mitbekommen haben.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Na ja, der Bibliotheksassistent und der Archivassistent sind im Prinzip auch nicht zu 100% Vorläufer, da der FAMI ja doch einige andere Ausbildungsinhalte hat. Ist eben beides mittlerer Dienst für [lexicon]Archiv[/lexicon]/Bibliothek. Trotzdem sind diese Berufe weggefallen und durch den FAMI ersetzt worden.
    Der FAMI Med.Dok. hat sich in Sachsen, soweit ich das mitbekommen habe (korrigiert mich bitte, wenn ich mich irre), noch nicht so stark durchgesetzt, weil es den MDA gibt, der eben relativ ähnliche Aufgaben erfüllt. Eine MDA-Azubine, die ich kennenlernen durfte meinte auch, dass in den Krankenhäusern, in denen sie bisher war, der FAMI Med.-Dok. quasi nicht existiert.



    Ihr hattet den Vertiefungsunterricht zusätzlich zum Fachunterricht in den anderen Fachrichtungen? Wie hat das zeitlich bei euch funktioniert? Wir hatten im Archivbereich etwas Stress, den gesamten Fach-bezogenen Stoff für die Prüfung zu schaffen (allerdings ging auch ein bisschen Zeit für das Fachbezogene Abschlussprojekt drauf).


    Wie gesagt, beide Varianten (also alle 5 Fachrichtungen bis zum Schluss oder ab der Hälfte stärker Fachbezogen) haben sicher Vor- und Nachteile. Ich finde es zum Beispiel schon ein bisschen schade, dass wir in der Theorie nur wenig von den anderen Fachrichtungen mitbekommen haben. Es war aber eben auch nur entsprechendes Fachpersonal für die Bereiche Bibliothek und [lexicon]Archiv[/lexicon] da. Andererseits fand ich die intensive Beschäftigung mit dem eigenen Fachbereich gut, weil ich denke, dass man so eine etwas tiefer gehende Grundlage hat.

  • Ihr hattet den Vertiefungsunterricht zusätzlich zum Fachunterricht in den anderen Fachrichtungen? Wie hat das zeitlich bei euch funktioniert? Wir hatten im Archivbereich etwas Stress, den gesamten Fach-bezogenen Stoff für die Prüfung zu schaffen (allerdings ging auch ein bisschen Zeit für das Fachbezogene Abschlussprojekt drauf).

    Du hast mich falsch verstanden. ;) In Calw hast du 9 Stunden die Woche (wir haben Blockunterricht) Fachkunde. Wir nehmen die ganze Zeit immer alle Fachrichtungen durch. Kurz vor den Prüfungen haben wir nochmal Vertiefungsunterricht in unserer Fachrichtung, wo wir speziell die Fragen für unsere Fachrichtung (in meinem Falle Bibliothek) durchnehmen und ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass sich irgendjemand nach dieser Methode vernachlässigt fühlte oder nicht gut genug vorbereitet war. Nur unser Jahrgang hätte noch etwas mehr Med. Dok. durchnehmen können, da Fachkunde 1 (wir schreiben zwei FK-Prüfungen (1 - alle Fachrichung, 2 - eigene Fachrichtung)) sehr Med. Dok.-lastig war.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Ah, verstehe. Ich meinte auch nicht, dass man mit eurer Lehrmethode weniger vorbereitet wäre. Es ist einfach eine andere Herangehensweise an die Vermittlung des Berufsfeldes insgesamt.


    Bei uns war es so. [lexicon]Archiv[/lexicon]- und Bibliotheks-FAMIs hatten gemeinsam Fachunterricht in den beiden Richtungen, ab der [lexicon]Zwischenprüfung[/lexicon] wurde die Klasse für den Fachunterricht dann geteilt und wir hatten (wenn ich mich richtig erinnere) 8-10 Stunden Fachunterricht pro Woche und auch nur noch für die eigene Fachrichtung. Die Prüfung war am Ende auch so gestaltet. Der Fachbezogene Bereich war zweigeteilt. Ein mal der Themenkomplex "Beschaffen und Aufbereiten von Medien und Informationen" und der zweite Themenkomplex war "Bereitstellen und Vermitteln von Medien und Informationen" und dann dazu Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Bibliotheks-FAMIs haben in den beiden Fachbezogenen Themenkomplexen nur Bibliotheksaufgaben bekommen und die [lexicon]Archiv[/lexicon]-FAMIs haben Archivaufgaben bekommen.


    Wie schon gesagt, ich denke, dass beide Varianten Vor- und Nachteile haben. Auf jeden Fall finde ich's spannend, dass jedes Bundesland mal wieder seine eigene Suppe köchelt, weil jede Land seine Ausbildungen selbst organisieren darf.


    Etwas mehr aus den anderen Bereichen hätte ich mir schon gewünscht, denn Med. Dok. hätte mich z.B. einfach auch interessiert. Aber so war ich trotzdem sehr mit der Ausbildung zufrieden, eben weil ich den Stoff sehr gut vermittelt und umfangreich fand und weil ich das Gefühl habe, eine richtig gute Grundlage für meinem Fachbereich zu haben.



    Nur so allgemein, gibt es in allen Bundesländern Abschlussprojekte für das 3. Lehrjahr? Von Sachsen und Brandenburg weiß ich, dass es solche Projekte gibt (hab ja selbst 2011/2012 eins gemacht). Falls das zu Offtopic ist, suche ich mal einen entsprechenden Thread hier.

  • In Baden-Württemberg gibt es ein solches nicht. Hessen macht im 3.Jahr ein Buchmesseprojekt. Die FaMIs organisieren einen Stand für die [lexicon]FBM[/lexicon].

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Wow, einen Buchmesse-Stand zu organisieren ist echt ein Projekt! In Sachsen gibt es ja immer einen Stand unserer Berufsschule auf der [lexicon]LBM[/lexicon], wird allerdings überwiegend durch die Buchhändler organisiert.
    Ich finde Projekte ja toll, weil man da etwas Größeres von Anfang bis Ende planen und bearbeiten kann, was man sonst vielleicht noch nicht machen konnte und eventuell sogar am Ende etwas hat, was man für die spätere Arbeit nachnutzen kann.

  • Bei uns gibt es im 3. Lehrjahr ein Marketingprojekt kurz vor dem Beginn der Prüfungen. Das geht dann 3 Woche.


    s.


    http://www.osz-louise-schroede…ektorientierung_FaMIs.pdfhttp://www.osz-louise-schroede…ektorientierung_FaMIs.pdf


    hier kann man Projektergebnisse sehen:
    http://mi.osz-louise-schroeder.de/?page_id=323

    "The doors of wisdom are never shut."

    “Let your bookcases and your shelves be your gardens and your pleasure-grounds. Pluck the fruit that grows therein, gather the roses, the spices, and the myrrh.” - Judah Ibn Tibbon

  • Da ich inzwischen in Brandenburg arbeite und die Azubis hier auch nach Berlin zur Berufsschule gehen, kenne ich die Seite schon. Ich find's toll, dass es so eine Plattform für die Präsentation gibt und man sogar die Projekte vergangener Jahre sehen kann. :daumen2:
    Allerdings finde ich 3 Wochen für ein Projekt etwas knapp bemessen. Musstet ihr das auch vor eurem Jahrgang präsentieren? Bei uns musste jede Projektgruppe ihr Projekt vor allen Mitschülern vorstellen und es wurde dann von den Lehrern und den Schülern benotet.