Auslandspraktikum sein lassen?

  • Hallo liebe Forengemeinde!


    Momentan bin ich am Hin- und Herüberlegen und bräuchte von Eurer Seite aus ein paar helfende Tipps oder Erfahrungen.
    Und zwar geht es darum, dass ich als FaMi-Azubi die Möglichkeit habe, im englischsprachigen Raum ein Auslandspraktikum zu absolvieren.


    Als ich davon das erste Mal gehört habe, fand ich das super toll und war begeistert, aber so langsam bekomme ich Muffensausen und weiß weder ein noch aus.
    Mich plagen die Bedenken, dass mein Englisch zu schlecht dafür ist und ich in Kundengesprächen nur Bahnhof verstehe und ich die dann ganz belämmert anglotze und nicht mehr weiß, was ich sagen soll. :D


    Wie kann ich denn erkennen, ob mein Englisch für ein Auslandspraktikum zu schlecht ist?
    Mir ist klar, dass man das alles in einem Sprachkurs aufpolieren könnte, aber ich weiß nicht, ob das dann bei mir auch rechtzeitig hinhauen würde und ewig lange könnte ich mir so einen Kurs ja auch nicht leisten...
    Hat vielleicht jemand von euch ein Praktikum im Ausland gemacht? Wenn ja, wie sah euer Arbeitsalltag aus und wie seid Ihr mit der Fremdsprache zurechtgekommen? Welche Sprachkenntnisse hattet Ihr vor der Reise und habt Ihr euch intensiv darauf vorbereitet, eventuell auch einen Kurs gemacht?
    Wie sah euer Budget für die gesamte Reisedauer aus?


    Ich weiß eben nicht, ob diejenigen, die die Praktikanten annehmen die Praktikanten dann auch wie Muttersprachler einsetzen oder ob es eine Art "Welpenschutz" gibt und da wärs ganz schön mal ein paar Erfahrungen von anderen zu hören - in der Forensuche hab ich zu dem Thema nichts gefunden.
    Denn perfekt ist mein Englisch nicht. Gab es bei euch auch Reaktionen von den Nutzern, die euch eventuell nicht so gut verstanden haben?
    Wenn Ihr irgendwas zum Arbeitsalltag und Euren Problemen dort erzählen könnt, nur zu!


    Danke schonmal für Eure Auskünfte.

  • Hallo Amadea!


    Ich habe im Rahmen meiner Ausbildung im Februar/März 2012 ein 2-Monatiges Auslandspraktikum in Wales absolvieren dürfen.
    Ich hatte damals nur ein paar Tage Zeit mich zu entscheiden und bin im nachhinein sehr froh, dass ich es gemacht habe.


    Ich war damals über ILE Berlin dort. Die 8 Wochen Aufenthalt gliederten sich in einen 2-Wöchigen Sprachkurs und ein anschließendes 6-Wöchiges Praktikum.


    Wie schätzt du denn deine Englischkenntnisse ein? Bei uns war auch ein Mädchen mit, deren Englisch wirklich nicht besonders gut war, aber sie ist trotzdem irgendwie zurecht gekommen.


    Mein Arbeitsalltag war dem hier in Deutschland sehr ähnlich. Ich habe in einer Universitätsbibliothek gearbeitet und dort von der Ausleihe über das Katalogisieren bis hin zum Einstellen alles gemacht.


    Ich muss dazu sagen, dass mein Englisch recht gut ist. Einen Kurs zur Vorbereitung o.ä. habe ich nicht gemacht.
    Vor Ort ist es am Anfang schon sehr gewöhnungsbedürftig immer in einer fremden Sprache zu kommunizieren, selbst wenn es Englisch ist. Aber nach einer Woche haben wir deutschen Praktikantinnen untereinander Streckenweise nur noch englisch geredet, weil es uns zu anstrengend war wieder ins Deutsche zu wechseln ;)


    Keiner dort erwartet, dass man ein perfektes Englisch spricht. Uns wurde immer wieder gesagt wie gut wir doch sprechen, auch wenn man selber manchmal garnicht das Gefühl hatte. Man lernt auch viel dazu, ich hatte am PC z.B. immer ein Onlinewörterbuch offen und wenn mir ein Begriff unter kam, den ich nicht kannte habe ich fix nachgeschaut. Meine Kollegen waren auch sehr hilfsbereit, und keine Angst: natürlich erwartet keiner, dass du alles sofort verstehst!
    An der Ausleihe saßen wir immer mit einem anderen Mitarbeiter, der einem bei Bedarf geholfen hat. Die Studenten wussten schnell, dass wir die "german girls" waren und waren immer sehr freundlich. :)


    Abschließend kann ich dir nur raten: tu es!
    Ich habe es keine Minute bereut und bin immernoch sehr dankbar für diese einmalige Chance. Ich habe so viele schöne Orte sehen dürfen und habe so viele nette Menschen kennengelernt, diese Erinnerungen möchte ich nicht missen.


    Falls du noch Fragen hast, immer her damit! :blume:

  • Ich war zwar nicht im Englisch-sprachigen Ausland sondern in den Niederlanden, aber ich würde diese Chance an deiner Stelle unbedingt wahrnehmen. Bei mir war das zweimonatige Praktikum über die Berufsschule organisiert. Wir bekamen ein Leonardo-da-Vinci-Stipendium. Das war echt eine tolle Sache.
    Als Vorbereitung hatte ich für 2 Wochen einen Intensivsprachkurs an der TU belegt, wo ich jeden Abend von Montag bis Freitag für ca. 3 Stunden in einer Kleingruppe unterrichtet wurde. Diese minimalen Kenntnisse reichten für den Anfang. Die Sprache lernte ich dann dort schnell, da ich auch in einer Gastfamilie untergebracht war.


    Man weiß nicht, wann man später noch einmal eine solche Gelegenheit bekommt, wenn man fest im Beruf ist. Also: Augen zu und durch! Das wird schon gut funktionieren. Hat die Praktikumsbibliothek schon öfters Praktikanten aus Deutschland angenommen? Vielleicht kannst du auch offensiv mit deinen Befürchtungen umgehen und ihnen schreiben, dass dein Englisch nicht optimal ist, aber du dir Mühe geben wirst und gerne deine Sprachkenntnisse verbessern möchtest.

    "The doors of wisdom are never shut."

    “Let your bookcases and your shelves be your gardens and your pleasure-grounds. Pluck the fruit that grows therein, gather the roses, the spices, and the myrrh.” - Judah Ibn Tibbon

    Einmal editiert, zuletzt von kaasfan ()

  • Ich hatte nie die Gelegenheit sowas in der Ausbildung zu machen, aber ich kann es dir nur anraten es zu tun.
    Du kannst in 90% der Fälle von so einem Praktikum nur profitieren und sei es letztendlich "nur" an Lebenserfahrung.
    Und du lernst nie mehr besser eine Fremdsprache als mit den Muttersprachler.

  • Danke für Eure Erfahrungen.
    Habe mir das ganze nochmal überlegt und in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen.
    Ich werde das Praktikum machen!

  • Mach das auf jeden Fall !!!


    Ich hab sowas selbst noch nie gemacht, bin ja noch nicht mal in der Ausbildung, aber ich würde mir ein Bein ausreißen wenn ich für ne Zeit nach England oder vor allem Irland kommen dürfte. Das ist eine total gute erfahrung würde ich behaupten und auf dem Jobmarkt in dieser Branche mit Sicherheit auch nicht zu verachten. Vor allem die Eindrücke die man bei sowas bekommt.