Ausbildung FAMI/Referendariat nach Studium Bildende Kunst

  • Hallo!


    Ich habe hier schon einige Zeit still mitgelesen und wollte mich nun endlich auch selbst hier anmelden um mir Ratschläge zum Thema »Ausbildung nach dem Studium« einzuholen. Dazu gibt es bereits einige Threads, jedoch würde ich gerne noch einmal meine Situation schildern und mich gerne mit jemandem austauschen, der*die in einer ähnlichen Situation war und mir vielleicht weiterhelfen kann.


    Momentan studiere ich (24 w) Bildende Kunst und werde im kommenden Sommer meinen Abschluss (Diplom) erhalten. Lange hatte ich darüber nachgedacht, mich nach meinem Studium im Bereich Kulturmanagement weiterzubilden bzw. auch in diesem Bereich zu arbeiten, jedoch habe ich nach Praktika und div. freischaffender Tätigkeit gemerkt, dass das nicht mein Feld ist und ich unbedingt eine feste Struktur/strukturierte Tätigkeit bzw. einen Rahmen mit gleichmäßigen/regelmäßigen Einkommensverhältnissen brauche. Außerdem war der stressige Management-Bereich auch im Allgemeinen nicht der richtige Ort für mich als eher introvertierte Person.


    Mein Studium ist nun nicht primär wissenschaftlich sondern künstlerisch, ich habe jedoch einen großen Anteil an Modulen im Bereich Kunst- und Kulturgeschichte, Philosophie und Architektur absolviert und hatte daran auch immer großes Interesse. Beispielsweise habe ich mich mit dem Sammeln/Arbeiten mit Archiven als Kulturtechnik/künstlerische Strategie befasst und auch ein Magazin zu diesem Thema herausgegeben. Im Bereich Digitalisierung habe ich auch schon etwas Erfahrung.


    Nun wurde mir vor einiger Zeit ans Herz gelegt, mir doch einmal den Beruf des*der FAMI (Archiv/Bibliothek) anzuschauen und ich muss sagen, dass ich es mir mittlerweile sehr gut vorstellen könnte, in diesem Bereich zu arbeiten. Demnächst werde ich auch ein Praktikum (ca. 3 Monate) in einem Stadtarchiv absolvieren und habe geplant, mich auf diverse Ausbildungsstellen (FAMI [Archiv, Bibliothek]) zu bewerben und mich außerdem auch nach Referendariaten und Volontariaten umzusehen, denke aber, dass ich dabei realistisch bleiben muss und mir keine allzu großen Hoffnungen machen kann. Wobei dabei meine Frage wäre, inwiefern man mit einem Abschluss in Bildender Kunst überhaupt eine Chance in diesem Bereich hat?


    Bei vielen Ausbildungsstellen habe ich bisher gelesen, dass sie sich nicht an Personen richten, die ein abgeschlossenes Studium haben – wäre also eine Bewerbung in meinem Fall verschwendete Zeit, oder sollte man es »einfach versuchen«? Tatsächlich ist meine Hauptangst, dass ich mit meinem Abschluss nicht in Frage komme, da ich aus irgendeinem Grund »überqualifiziert« bin, obwohl ich das nicht glaube, da ich bisher ja in einem ganz anderen Bereich tätig war.


    Wäre es außerdem sinnvoll, die oben genannte Auseinandersetzung mit Archiven usw. in einem Bewerbungsschreiben zu erwähnen oder sollte man es eher so formal wie möglich halten und schreiben, dass man vorher X gemacht hat, sich aber aus Grund X umorientieren möchte und Ausbildungsplatz X spannend findet, weil … usw.? Natürlich habe ich auch die Hoffnung, dass sich durch mein Praktikum ggf. eine Möglichkeit ergeben könnte, dort eine Ausbildung o.Ä. zu absolvieren (oder beispielsweise ein Fernstudium an der FH Potsdam), jedoch würde ich gerne all meine Optionen kennen und auch ausschöpfen.


    Danke für jede Hilfe! :)

  • Hallo cuidaore,
    erstmal herzlich willkommen bei uns. Ich bin zwar nicht das, was du suchst, aber ich kann trotzdem etwas weiterhelfen. Ich bin nach der Realschule den klassischen Weg gegangen. Ich täte es auch bei Stellen probieren, wo du eigentlich gar nicht vorgesehen bist. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. ;) Außerdem habe ich immer Bezug auf mein Betriebspraktikum in einer Bibliothek bei Bewerbungen um die Ausbildung genommen.


    Ich stelle hier mal die Links für die QE 4-Ebene ein, da du Kunst studierst. Da wir in Bayern für 2019/2020 Leute mit Kunstgeschichte suchen, wäre das vllt was für dich und ich weiß nicht, in wie weit ihr bei BK Kunstgeschichte durchnehmt: q4_veroeffentlichung_staatsanzeiger_30_11_2018.pdf


    Vierte Qualifikationsebene (vormals höherer Bibliotheksdienst)


    Wenn du Fragen hast, frag. Ich werde weiter versuchen, zu helfen.


    Viele Grüße
    Wirbelwind

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Hallo,


    wir haben schon öfter ehemalige Studenten als FaMI ausgebildet, wäre also nicht unbedingt ein Hindernis :) Selbst einen ehemaliger Magister hatten wir schon als Azubi.


    Wäre es außerdem sinnvoll, die oben genannte Auseinandersetzung mit Archiven usw. in einem Bewerbungsschreiben zu erwähnen oder sollte man es eher so formal wie möglich halten und schreiben, dass man vorher X gemacht hat, sich aber aus Grund X umorientieren möchte und Ausbildungsplatz X spannend findet, weil … usw.?

    Klar, dann sieht man ja schon, dass du motiviert bist und dich nicht nur einfach so bewirbst. Du musst nur aufpassen, dass das Anschreiben nicht zu lang wird

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat." Helen Hayes

  • Huhu,


    also ich denke deine Auseinandersetzungen mit Archiven usw. solltest du in deinen Bewerbungen auf jeden Fall erwähnen und auch, dass die vorherige Richtung nichts für dich war und du einen strukturierten Arbeitsplatz suchst. Das sind ja alles schon gute Punkte für eine Bewerbung.


    Außerdem würde ich es überall probieren, auch wenn es heißt mit Studium geht nicht, wie du schon sagst, ist es eine andere Richtung.