Fachwirt Archiv - Erfahrungen?

  • Hallo an alle,


    gibt es hier jemanden der Erfahrungen gemacht hat was den Fachwirt angeht, speziell in die Richtung Archiv? Ich habe bereits gehört, dass dieser sehr Bibliothekslastig sein soll. Dennoch ist er offiziell ja auch für die Archiv-Leute. Mich würde interessieren was genau vermittelt wird, wie und ob es beruflich weiterhilft, was die Eindrücke waren, wie die Anforderungen, Prüfungen und Dozenten waren usw.. Ein Erfahrungsbericht eines Teilnehmers also :)


    Natürlich können auch gerne Bibliotheks-Fachwirte antworten, falls sie dazu etwas wissen.


    Am liebsten würde ich die Fernweiterbildung im Potsdam machen, aber diese lässt sich wahrscheinlich für mich nicht umsetzen. Deswegen würde ich gerne wissen, ob der Fachwirt inzwischen eine alternative ist.


    Gruß,


    falconian

  • Uff ich kenne keinerlei Fachwirte weil es sich nicht wirklich lohnt

    » "So do all who live to see such times but that is not for them to decide. All we have to decide is what to do with the time that is given to us."Lord of the Rings

  • Denke ich auch. Der Fachwirt klingt zwar toll, aber weder gibt es da Stellen für noch entsprechenden Platz in den Eingruppierungen... Lohnt sich tatsächlich nur sehr selten und dann in entsprechender Abstimmung mit dem Arbeitgeber

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat." Helen Hayes

  • Ja das ist wirklich schade. ich hatte gehofft das es vielleicht welche gibt, die anderes berichten können, aber das habe ich mir schon gedacht. Ich denke bei meinem Arbeitgeber könnte ich damit noch etwas höher kommen in der Eingruppierung, weswegen es sich eventuell lohnen könnte. Aber ich möchte natürlich auch, dass es sich fachlich lohnt.


    Hier besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf, den Fachwirt sollte man irgendwie mal überarbeiten.

  • Zuerst mal sollten die Gewerkschaften verhandeln, wo der Fachwirt einzuordnen ist.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Wäre doch schon dufte genug, würde "dem FaMI" beruflich zugestanden, was die Ausbildung ihm an die Hand gibt - letztlich geht die Praxis nur selten über den Hievi-Status hinaus.

    Oder aber man engagiert sich und bleibt doch entgeltlich wo man ist.

  • Wenn ich dann Fachkräfte Mängel höre, kriege ich einen zuviel...

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  • Da ich selbst seit 2017 den Fachwirt(Bibliothek) besitze und bereits einige Bewerbungen hinter mir habe, kann ich hier vielleicht ein paar Punkte zumindest aus eigener Erfahrung beisteuern.


    1. Die Eingruppierung ist vollkommen vom Arbeitgeber abhängig. So kann man etwa bei der Bundeswehr(Koblenz) mit dem Fachwirt verbeamtet werden (höchstens A8), während etwa die LMU/BSB in München den Fachwirt nicht anerkennt.


    2. Stadtbibliotheken tun sich bei der Eingruppierung des Fachwirts allgemein leichter. Von meinen drei Gesprächen in diesem Bereich, waren alle bereit diese Fortbildung entsprechend E8 zu honorieren. Natürlich müssen auch die entsprechenden Tätigkeiten vorliegen.


    3. Aus meinen beiden VG im Bereich Archiv konnte ich immerhin soviel mitnehmen, dass auch hier der Fachwirt keine Anerkennung findet. Allerdings liegt hier das Augenmerk eher auf den Tätigkeiten, wie auf der eigentlichen Qualifikation.


    4. Von meinen Mitschülerin weiß ich, dass quasi alle betriebsintern höhergruppiert wurden. Sofern man einen Arbeitgeber hat der hinter dieser Fortbildung steht und sich entsprechenden für einen einsetzt ist diese Fortbildung sicher nicht verkehrt. Auf dem freien Markt ist diese Fortbildung allerdings zumindest nach meiner eigenen Erfahrung, absolut nichts wert.


    Die UB Frankfurt unterstützt zum Beispiel für gewisse Stellen den Fachwirt und erwähnt dies auch extra in ihren Ausschreibungen.


    Anmerkung: Der Lehrplan in Frankfurt teilt sich wie folgt auf: Fachwirt = ca. 1 Jahr Betriebswirtschaft/ 1 Jahr bibliothekarische Inhalte. Eine solche Aufteilung ist natürlich für Bibliotheken/Archive wenig attraktiv, bedenkt man das Fachwirte in der Theorie gegen Leute antreten müssen, die mehrere Jahre studiert haben.


    Hier noch ein Text von einer Person die sicher einigen Frankfurtern noch gut in Erinnerung geblieben ist.


    http://docplayer.org/76850910-…iotheksbeschaeftigte.html


    (Ich hoffe der Link funktioniert soweit.)

    "Ein Toter braucht keine Blumen mehr. Ob er zusammengetreten und in die Mülltonne gesteckt wird, oder in einen goldenen Sarg. Das ist für einen Toten ohne jede Bedeutung. Durch Blumen wollen nur die Hinterbliebenen getröstet werden." -Sudou

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Edric Saar ()

  • Diesen "einen zuviel" habe ich zuletzt wegen mancher Ausschreibung mehrfach bekommen.

    kann Ich verstehen

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  • Hej, also nach meinen Infos lohnt sich der Fachwirt gerade im Archivbereich absolut nicht. Ich persönlich habe mich für die Fernweiterbildung entschieden. Potsdamer Absolventen sind in staatlichen Archiven auch nicht so gerne gesehen, wie Marburger, aber ich habe mich recht intensiv umgehört und denke, das ist der einzige sinnvolle Weg auf der Weiterbildungsebene für Archiv-Famis. Du könntest überlegen, ob Du den Ausbilder-Schein machst, wenn Dein Arbeitgeber Interesse daran hat? Ansonsten gäbe es noch ein reguläres Studium. Mit der Ausbildung und Berufserfahrung hast Du ja zumindest die Chance an einigen FH´s und Unis zugelassen zu werden, wenn Du im Bereich Bibliothek, Archiv, Informationswissenschaften bleibst?!
    Nach jahrelangem Frust kann ich Dir nur raten, dran zu bleiben :)

  • Und Stundenreduzierung?

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


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    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Das ist nicht machbar, meine Stelle ist zu wichtig. Die müssten dann wegen mir noch jemanden einstellen. Und das kriege ich dann nicht mehr durchgesetzt. Ich hätte nur die Option bei Vollzeit.

    Gibt es jetzt keine Gesetzesnovelle nachdem die dich lassen müssen meine was gelesen zu haben

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  • Moonshine : Du meinst bestimmt Brückenteilzeit. Geht aber einer bestimmten Betriebsgröße.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


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    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Es müsste schon eine Lösung sein die beide Seiten zufrieden stellt ^^ Ich werde da nichts durchboxen. Deswegen meine Frage nach dem Fachwirt, ob sich dort schon etwas getan hat in den letzten Jahren. Da es aber anscheinend nicht so ist, bleibt erst mal nichts übrig.


    Danke für die Antworten!

  • Danke für die Antwort.


    Ausbilder bin ich schon :)


    Die Fernweiterbildung wäre mir auch lieber, aber mit meiner Vollzeit-Stelle bin ich mir nicht sicher, ob ich das packe.

    Also ich kenne persönlich leider nur eine Person, die diese Fernweiterbildung gemacht hat. Es kommt natürlich darauf an wie stressresistent und organisiert Du bist und was Du neben dem Job für Verpflichtungen hast, ABER die Person hat es ganz gut neben Kindern und Beruf geschafft und ich werde es auch erst einmal in Vollzeit probieren.
    Aber Du kannst mit Sicherheit besser einschätzen wie hoch Dein Leistungspensum ist und was da mit rein spielt. Ich persönlich hatte nur jahrelang diverse Ausreden. Meine Frustration darüber unter meinen Fähigkeiten bezahlt und eingestellt zu sein, ist allerdings hoch genug um es jetzt endlich anzugehen :D
    Ich berichte gerne wie vereinbar es am Ende mit meinem Vollzeit-Job ist?!