Beiträge von WobIntosh

    Das gleiche wie bei Falconian: Dienstbibliothek im Archiv, die meisten "wertvollen Spenden" gehen direkt weiter in den Bücherflohmarkt der Nachbarbibliothek. Ich muss mich da glücklicherweise auch nicht mit meinem Chef zoffen, im Gegenteil: Meine Vorgänger:innen haben alles, was sie bekommen haben (und sei es nur "aus alter Verbundenheit" zum früheren Chef) aufgenommen, egal, wie wenig es zum Sammlungsgebiet passte. Spenden rückwirkend aussortieren macht noch weniger Spaß.

    Im Niedersächsischen Landesarchiv prinzipiell ja, allerdings mit Einschränkungen: Die Nutzenden müssen einen Antrag ausfüllen (hier als PDF) und die Akten vor dem Fotografierfen selbst der Lesesaalaufsicht vorlegen. Ausgeschlossen von der Regelung sind Archivalien unter Sperrfristen, Deposita, bei denen andere Nutzungsbedingungen gelten als nach NArchG, urheberrechtlich geschützte Werke und Archivalien mit schlechtem Erhaltungszustand - wobei die im Idealfall sowieso nicht vorgelegt werden.

    Ohne Nachweis, dass er bei euch war, in der Tat schwierig. Ggf. ihn anschreiben, ob er noch Exemplare hat. Was sich bei uns bewährt hat, ist bei der Mail mit Frage, ob man ein Exemplar bekommt, nochmal explizit darauf hinzuweisen, dass das Werk in die Bibliothek übernommen wird und "dort Mitarbeitern wie Nutzern des Archivs" zur Verfügung steht. Damit bekommt man auch mal Sachen umsonst, wo man kein Belegexemplar erwarten dürfte, weil viele Forscher doch gerne auch von der "Nachwelt" gelesen werden wollen (nicht, dass ich das ausprobiert hätte, *hust*...).


    Ansonsten hilft nur saubere Dokumentation - und im Zweifelsfall einfach mal auf Verdacht anfragen. Ich weiß auch nur "Benutzer X war zum Thema Y bei uns, jetzt hat er ein Buch über Y veröffentlicht", ob unsere Archivalien tatsächlich verwendet wurden, kann ich nicht jedes Mal vorher nachsehen. Im Zweifelsfall geht dann einfach mein Standardtext "für die Erstellung Ihrer Arbeit zu Y haben Sie auch Archivalien des NLA Aurich verwendet" raus, wenn dem nicht so ist, geben sie halt nichts ab.

    zur ZP:
    Auch, wenn manche Niedersachsen den "Folgefamis" schreckliche Angst einreden wollen: Die ZP ist bei uns (FaMI14, Archiv) nicht so katastrophal ausgefallen, wie von unseren Vorgängern prophezeit.
    Wenn ich mich recht erinnere, war das eine Mischung aus allen Aufgabenbereichen.


    Ganz wichtig sind natürlich die Dinge, bei denen es in Archivkunde hieß "das ist wichtig für die Zwischenprüfung!", da kannst du dich drauf verlassen, dass da große Teile von auch wirklich drankommen. Vor allem Definitionen. Am besten auswendig lernen, Frau D. legt Wert auf den Wortlaut.




    zur Gleitzeit:
    ja, zum Quartalsende max. +20/-10 Stunden, Kernzeit 9-12 und 14-15/15.30, Wochensoll 39,8 Stunden.
    Natürlich ist die "Arbeitsrealität" bei uns im Archiv eine ganz andere als in Bibliotheken, insofern weiß ich nicht, inwieweit das für dich brauchbare Informationen sind.

    Nachdem ich in den letzten zwei Monaten alle Harry Potter, einiges an SciFi und ein paar isländische Krimis (Indriðason) gelesen habe, jetzt mal wieder was eher sachliches:


    Fairarscht : wie Wirtschaft und Handel die Kunden für dumm verkaufen / Sina Trinkwalder

    In Hannover hat man uns (auch?) gesagt, dass der Böttger "in Ordnung" ist, der Hacker sei aber besser. Die paar mal, die ich was nachgeschlagen habe, waren die Erklärungen im hacker für mich besser verständlich - vielleicht weil sie umfangreicher sind?


    Werde mal versuchen, nach dem Schulblock die Neuausgabe in die Hände zu bekommen und gucken, ob sich der Informationsgehalt aus Archivsicht verbessert hat ;)

    Eine allgemeine Empfehlungen können wir nicht geben, das muss der jeweils zuständige Bearbeiter im Archiv entscheiden. Grade größere Archive mögen es gerne, wenn die Akten bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfrist in der abgebenden Stelle verbleiben und dann erst angeboten werden, am liebsten mit Liste. Entscheiden, was kassiert werden kann und was archiviert wird, tun die Archivare. Die konkrete Aufbewahrungsfrist müsste man dir im Rechnungsprüfungsamt sagen können.


    Archivwürdig sind der Literatur zufolge* z.B.:
    - Prüfung der Jahresrechnung: Schlussbericht und Entlastung
    - Prüfung der Jahres- und Gesamtabschlüsse: Berichte, Bestätigungsvermerke und dazugehörige Beschlüsse
    - Überörtliche Prüfungen (genügt ggf. die Aufbewahrung des abschließenden Prüfvermerks


    Einzelfälle bei Einzelprüfungen, nämlich besonders herausragende Fälle. Mögliche Hinweise bzw. "Indizien" für Archivmitarbeiter wären hier:
    - Gesprächen mit RPA-Mitarbeitern
    - Jahresberichte


    Prüfungen zu Betrieben, an denen deine Stadt nur beteiligt ist, wird das Archiv, wenn, dann nur in Abstimmung mit anderen Archiven übernehmen.


    (*): Handreichung zur Bewertung von Unterlagen der kommunalen Rechnungsprüfung / erarb. vom Arbeitskreis Bewertung kommunalen Schriftguts NRW; in: Archivpflege in Westfalen-Lippe. - Münster, ISSN 0171-4058, ISSN 0171-4058, ZDB-ID 21158472, Bd. 83.2015, S. 63-64, online unter 63-64_handreichung.pdf

    Theoretisch kannst du in allen Richtungen arbeiten, grade Bibliothek lerne ich (Archiv) sehr viel, einfach weil die Bibliotheks-Famis in der Überzahl sind.


    Wie falconian schon geschrieben hat, ist es natürlich so, dass einem im Ausbildungsbetrieb fachspezifisches Wissen vermittelt wird. Grade bei IuD wäre das vermutlich stark spürbar, da diese Fachrichtung scheinbar kaum ausgebildet wird - wir haben das in drei oder vier Doppelstunden abgehakt. Einfacher ist, denke ich, aufgrund der starken Ausprägung der Berufsschule immer der Wechsel in eine Bibliothek oder ein Archiv als in einen IuD- oder MedDok-Betrieb.