Beiträge von Wirbelwind

    Hier ist übrigens Sondershausen in Thüringen gemeint und nicht Sangershausen. Die Berufsschule legt der Ausbildungsbetrieb fest.

    Ausbildungsinhalte (Fächer): für die Berufsschule in Calw (BaWü) ist der oben verlinkte Lehrplan in folgende Fächer aufgeteilt:


    - Deutsch

    - Fachkunde: hier nimmt man alle fünf Fachrichtungen durch

    - BWL

    - Rechnungswesen

    - Textverarbeitung

    - Gesellschaftskunde

    - Englisch

    - Datenverarbeitung (Recherche und Word, Excel etc.)


    Ausbildungsalltag: mehrere Wochen am Stück im Betrieb, dann mehrere Woche am Stück in der BS (immer im Wechsel). Wir haben die Ausbildungspläne immer ein Jahr im Voraus gekriegt und wie bei patiltwin waren wir auch immer mehrere Wochen in einer Abteilung (UB halt). Nachmittags Bibliografier- und Signierdienst (Recherche alter Fernleihbestellungen um die Recherchefähigkeiten und Kataloge aktiv zu üben). Teilweise betriebsinterner Unterricht (von dem dort erlernten Wissen zerre ich heute noch teilweise)


    Ausbildungsstätten: neben meiner UB mit ihren einzelnen Abteilungen auch Praktika in einer Stadtbibliothek, der uni-eigenen Dokumentationsstelle und einem Stadtarchiv


    Projekte: ja, gab es (zum Beispiel: Berichte über die Praktika vor den Mitazubis und der Ausbilderin)


    Abschlussprüfung: eine Woche mit den Prüfungen der Berufsschule in der Berufsschule geschrieben. In Calw hast du die Besonderheit, dass du zwei Klausuren in Fachkunde schreibst (alle Fachrichtungen und die eigene). Zu diesen beiden Klausuren kommt dann für den Berufsabschluss noch die BWL-Klausur hinzu. Und am Ende noch eine mündliche. Die findet aber erst einige Wochen nach den schriftlichen statt.


    Fachliteratur: Gantert (Bibliothekarisches Grundwissen) und Böttger (Basiskenntnis Bibliothek) = Bibliotheksbibeln (auch im Studium hilfreich). Ansonsten hat die Frankfurter Berufsschullehrerin Holste-Flinspach noch ein Prüfungshandbuch herausgegeben.


    Einstieg in den Beruf: befristete Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb, nach 3 1/2 Monaten Wechsel an eine andere UB (Umzug erforderlich, da anderes Bundesland). Nach zwei Jahren innerhalb des Bundeslandes zu einer anderen UB gewechselt und dort mittlerweile unbefristet angestellt.


    Arbeiten innerhalb der EU: könnte funktionieren, muss aber nicht (innerhalb des deutschsprachigen Raumes findet ein Austausch statt). Neben Erasmus gibt es aber zum Beispiel auch die BOBCATSSS-Konferenz, wo sich die LIS-Studenten in Europa vernetzen.

    Also in meiner praktischen Prüfung gab es generell keine praktische Vorführung. Da musste ich eine Präsentation halten mit anschließenden Fragen und Gespräch über das Thema. In meinem Fall musste ich vorstellen, wie ich einen Flyer über die Fernleihe und Dokumentlieferdienste erstellen würde.

    Das war deine mündliche Abschlussprüfung als Azubi. Um diese geht es hier aber nicht, sondern um die Prüfung für den Ausbilderschein.

    das ist in bayern übertrieben.. in den anderen wird doch auch die berufserfahrung anerkannt, wenn man kein fachabitur hat.

    Das ist bei der verwaltungsinternen Ausbildung hier leider nicht übertrieben. Die nehmen keinen ohne Fachabitur. Die hiesige Hochschule ist keine klassische Hochschule, wo du dich einschreiben kannst wie in Hannover oder Potsdam oder Leipzig. Das ist ein knallhartes Auswahlverfahren, weil du eben von Sekunde eins Beamter auf Widerruf mit entsprechenden Bezügen durch den Freistaat bist.

    Okay, danke für die Info! An meinem Schulabschluss würde es nicht scheitern, ich habe das Abitur. Meine Frage war ursprünglich nur, inwiefern sich durch eine vorangestellte FaMI-Ausbildung (fr Archiv) die Chancen auf den Vorbereitungsdienst (Archivar) erhöhen/mindern.

    In Bayern spielt das meines Wissens keine Rolle, ob du FaMI bist oder nicht. Ich gehe davon aus, dass es somit die Chancen nicht erhöht oder mindert.

    Danke dir. Für mich käme nach der FaMI-Ausbildung nur ein Studium des Archivwesens infrage, also Marburg oder Bayern. Aber für die Selektion der Bewerber scheinen allein die Ausbildungsarchive verantwortlich zu sein, daher können die Kriterien und Präferenzen wohl immer anders aussehen, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Also für Bayern lässt sich sagen: ohne mindestens FH-Reife hast du hier keine Chance in den Vorbereitungsdienst für Bib zu kommen und selbst dann brauchst du eine verdammte gute Platzziffer. Archiv wird das dasselbe Spiel sein und ich könnte mir sogar vorstellen, dass da Mathe auch doppelt gezählt wird. Die Kurse werden leider zumindestens bei uns im Bib-Bereich trotz Pensionswelle nicht größer, sondern bleiben gleich.

    Ja, Weiterbildung in Potsdam. Liebe Archivler, korrigiert mich, wenn ich falsch liege: das ist der berufsbegleitende Bruder für ausgebildete FaMIs, die nicht Vollzeit studieren wollen. Und ja, das qualifiziert auch für den gehobenen Dienst. Ist wie im Bib-Bereich auch.

    Die Bayern veröffentlichen ihre Stellenangebote auch hier: Stellenausschreibungen/Jobbörse


    Ich würde mich auch erst kurz vor Ausbildungsende bewerben, weil die meisten zu einem sehr nahen Zeitpunkt suchen. Ich habe mich ziemlich kurz nach Ausbildungsende beworben (wurde für 6 Monate übernommen) und konnte nach 3,5 Monaten eine neue Stelle antreten (übrigens auch in Bayern).