Meine Frage zur Fernweiterbilung ist vorallem: Ist es gut machbar mit zwei kleinen Kindern und einer Wochenarbeitszeit von 35h?
Wie muss ich mir das ganze mit den Modulen vorstellen?
Hat man online Seminare, oder muss man sich alles selbst erarbeiten?
Wie viel Zeit muss ich ca. in der Woche investieren?
Hallo,
ich habe es damals ohne Kinder und mit einer Wochenarbeitszeit von 39 Stunden gemacht und fand es machbar, aber stramm. Mit zwei kleinen Kindern würde ich es nur machen, wenn du abends, wenn beide im Bett sind, zuverlässig noch so fit bist, um 2-3 Stunden zu arbeiten. Ich will nicht sagen, dass es nicht funktionieren kann: Meine Frau hat bis letztes Jahr so eine Weiterbildung gemacht, damals hatten wir aber erst einen Sohn und sie hatte auch etwas weniger Stunden, konnte aber erst ab 22 Uhr arbeiten. Das hat schon geklappt - aber gut machbar ist was anderes. Zudem habe zumindest ich während der Fernweiterbildung ab und an Fernleihen aus der Bibliothek bestellt, und da braucht man ja irgendwann die Möglichkeit, die abzuholen und zurückzubringen.
Es gibt im Jahr 4-5 Präsenztermine, wo man dann ein paar Tage nach Potsdam muss. Dort wird man in die Module eingeführt bzw. hat die Abschlussstunden, in manchen Stunden auch eine Zwischenstunde. Den Rest erarbeitet man sich selbst zu Hause, dazu gibt es eine Internetplattform, wo auch Dokumente bereitgestellt werden und man kann mit den Dozent:innen kommunizieren. Für jedes Modul gibt es eine Prüfungsleistung, in den allermeisten Fällen ist das eine wissenschaftliche Hausarbeit, die man anfertigen muss. Dazu bekommt man eine Fragestellung zugeteilt oder muss sich selbst eine überlegen (im Rahmen eines vorgegebenen Themengebiets) und dann selbst passende Literatur ermitteln, auswerten und dann eben etwas dazu schreiben. Da wird man aber anfangs rangeführt, wie man das macht. Ein Modul hatte mit einer Prüfung vor Ort abgeschlossen (Paläographie), einmal habe ich einen Vortrag gehalten.
Wie viel Zeit man investieren muss ist unterschiedlich und es kommt auch darauf an, wie du arbeitest, das kannst du dir selbst organisieren. Die Module und auch die Abgaben sind nicht gleichmäßig verteilt, es kann zum Beispiel sein, dass du zwei Monate gar nichts abgeben musst, und dann innerhalb von zwei Wochen aber gleich zwei Fristen liegen. Das ist aber früh genug meist bekannt und du kannst es dir dann einteilen und entweder kontinuierlich daran arbeiten, oder (so wie ich) auch mal ein paar Wochen wenig tun (nur Literatur zusammensuchen und schon einmal alles bereit legen) und dann richtig ranklotzen.
Eine Arbeitskollegin von mir hat drei Kinder im Grundschulalter und macht gerade den Master berufsbegleitend in Potsdam, sie arbeitet an drei Tagen und hat somit zwei Tage vormittags für das Studium Zeit. Das ist auf jeden Fall die komfortablere Variante, und wenn es bei dir irgendwie möglich ist, würde ich dir empfehlen, deine Stunden etwas zu reduzieren und zumindest einen Vormittag, während die Kinder betreut werden, für die Fernweiterbildung frei zu haben. Wenn du aber gut organisiert bist und auch eher zügig arbeiten kannst und eine Stundenreduzierung nicht möglich ist, wird es auch so gehen - aber es sind ganz sicher Abstriche notwendig. Zum Beispiel, dass du am Wochenende regelmäßig nichts mit den Kindern machen kannst oder dass du stellenweise einfach gar keine Freizeit mehr hast, weil nach Kinder ins Bett bringen und Haushalt dann eben die Weiterbildung dran ist - so war es bei meiner Frau.
Ich will dir damit keine Angst machen, auf keinen Fall, ich fand die Fernweiterbildung sehr gut und bin total dafür, sowas zu machen, auch mit Kindern. Wir haben mittlerweile zwei Kinder und meine Frau plant nun auch ein Studium, auch da wird sie wieder abends von 22-1 Uhr etwa an ihren Sachen arbeiten. Wir wissen jetzt aber, dass sie das kann, auch wenn es hart ist. Von demher der Hinweis, dass du dich da einschätzen musst und es auf jeden Fall angenehmer ist, wenn du dir tagsüber noch etwas dafür freischaufeln kannst.