Gesundheitsministerin kritisiert Ärzte-Software

  • Gesundheitsministerin kritisiert Ärzte-Software
    Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt fordert die Kassenärzte auf, sich gegen jede mögliche Einflussnahme durch Computerprogramme zur Wehr zu setzen: "Ich würde mir wünschen, dass auch die Ärzteschaft sich sehr viel stringenter gegen den Einfluss der Pharmafirmen wehren würde", sagte sie in einem Beitrag des NDR-Fernsehmagazins Panorama. Mehr als 70 Prozent aller niedergelassenen Ärzte in Deutschland stellen laut Recherchen des Fernsehmagazins und NDR Info ihre Rezepte mit Hilfe von Software aus, die von Sponsoren aus der Pharmabranche unterstützt werden. In einigen Programmen werde bei der Eingabe einer Diagnose dem Arzt bereits ein Präparat des Sponsors vorgeschlagen. Mitunter erscheine selbst auf der Liste der preiswertesten Medikamente automatisch ein Produkt des Sponsors an erster Stelle, obwohl billigere Vergleichspräparate existieren.


    Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt laut dem Beitrag eine Verantwortung ab. "Wir sind nicht das Polizeigremium der Ärzte, das kontrolliert, was in den Praxen geschieht", so Roland Stahl, Sprecher der KBV. Die Gesundheitsministerin meint, von manchen Ärzten werde die Beeinflussung nicht wahrgenommen. Schmidt wolle Anfang Dezember Vertreter der Ärzteschaft zu einem Gespräch über das Problem der Ärzteprogramme laden. Das Problem war bereits vor zwei Wochen von einem ARD-Beitrag behandelt worden.


    Vor allem die großen Hersteller von Nachahmerpräparaten verfolgten durch "Werbe"- oder "Sponsorenverträge" mit Software-Unternehmen das Ziel, ihre jeweiligen Produkte in den Praxisprogrammen bevorzugt zu präsentieren. Den Krankenkassen in Deutschland entstehen nach Expertenmeinung ein jährlicher Schaden von über einer Milliarde Euro, weil Pharmahersteller Computerprogramme in Arztpraxen so gestalten lassen, dass ihre Produkte begünstigt werden, berichtet Panorama weiter. Die Sendung wird heute Abend um 21.45 Uhr in der ARD ausgestrahlt. (anw/c't)


    http://www.heise.de/newsticker/meldung/53658

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.