Quereinstieg möglich?

  • Hallo liebe FAMIs,


    ich habe eine Frage an Euch:
    nach meinem Abi habe ich erst eine schulische Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin für Datenverarbeitung und anschließend eine duale Ausbildung zum Fachinformatiker für Systeminetgration absolviert. Im Anschluss daran habe ich 7 Jahre im EDV Support gearbeitet bis mein Arbeitgeber umstrukturiert hat und meine Stelle gekürzt hat.


    Besteht rein theoretisch eine Möglichkeit mich als Quereinsteiger als FAMI Bereich Bibliothek zu bewerben? Internet und EDV, sowie Begeisterung an Büchern begleitet mich seit sehr vielen Jahren und ich wage zu behaupten, mit entsprechender Einarbeitung schnell alle erforderlichen Anforderungen erfüllen zu können.


    Oder aber macht es Sinn doch eine Ausbildung von klein auf zu machen? Beworben hab ich mich schon bei 3 verfügbaren Ausbildungsplätzen (Raum Bonn-Köln)
    Befürchte nur, dass ich, da ich schon 32 Jahre alt bin, keine all zu große Chance haben werde...


    Lieben Dank vorab für Eure Meinungen und Antworten
    Martina

  • Hej Martina,


    wie das als Quereinsteiger ist, kann ich nicht so ganz beurteilen...
    Aber evtl. kannst du ja eine Umschulung zum FaMI machen? Das kommt nicht gerade selten vor. Ich hatte damals selber jemanden in meiner Berufsschulklasse, die eine Umschulung zur FaMI gemacht hat.
    Leider kenn ich mich nicht so genau in diesem Bereich aus. :/
    Vielleicht kann jemand anders hierauf besser antworten als ich?


    Liebe Grüße
    Bella

  • Hallo Bella,


    hm, mein letztes Gespräch mit dem Arbeitsamt endete damit, dass ich keine Umschulung bekäme, da ich weder krank noch chancenlos sei, in meinem erlernten Beruf unterzukommen.. :-/
    Persönliche Sinneswandlungen finden da irgendwie keinen Anklang :schreien:


    Bzw. ich habe schon deutlich gemacht, dass ich, weil ich hauptsächlich im EDV Support tätig war, die restlichen Ausbildungsinhalte des Fachinformatikers nicht mehr auf dem Schirm habe, aber irgendwie hat das keinen interessiert...


    Aber mal schauen :)


    Lieben Dank jedenfalls schonmal für deine Antwort :)


    Lieben Gruß
    Martina

  • Hallo Martina!
    Ich würde dir empfehlen, wenn du wirklich FaMI werden willst, dich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Du brauchst gerade die Recherchekenntnisse im späteren Berufsleben und die dir innerhalb weniger Wochen anzueignen - ich weiß nicht und auch [lexicon]RAK[/lexicon] ist nicht leicht. Der Quereinstieg ist in unserer Branche eigentlich unüblich. Ich selbst hatte eine Mitazubine, die kurz nach Ausbildungsbeginn 30 wurde. Du bist also nicht zu alt, um eine zweite Ausbildung zu machen. Ich hatte sogar Jahrgangskameraden, die schon 35 und älter waren und zum Teil schon Kinder hatten. Im FaMI-Bereich ist alles vertreten. Was ich dir aber empfehlen würde, um deine Chancen zu steigern, ist auf jeden Fall, dass du ein Praktikum in einer Bibliothek machst.
    Falls du noch Fragen hast, frag ruhig.
    lg Wirbelwind

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Hallo Wirbelwind,


    das lässt hoffen, wenn es noch weitere ü30er gibt, die eine neue Ausbildung beginnen :)
    3 Stellen dafür konnte ich ja sogar in meiner Umgebung finden, jetzt muss es nur noch klappen :)
    Punkto Praktikum ist es wahrscheinlich nur schon zu spät, da ich die Bewerbungen schon weggeschickt habe, ohne eins vorweisen zu können :(


    Na, mal schauen, was das neue Jahr bringen wird!!


    LG, Martina


    PS: eine Frage in der Tat hätte ich, wo außer in Bibliotheken jeglicher Art kann man denn noch arbeiten? Nicht, dass ich nach der Ausbildung dann gar nichts finde :verwirrt:

  • Du kannst ja das Praktikum ja jetzt im Neuen Jahr machen und das dann im VG erwähnen. ;) Du kannst dich sowohl in Bibliotheken des ÖDs bewerten und zum Beispiel auch in Firmenbibliotheken. Aber es sieht immer besser in unserer Branche aus, weil die ersten jetzt in Rente gehen und die meisten Stellen wieder ausgeschrieben werden.

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  • Hallo Martina,


    ich bin 43 und befinde mich auch in beruflicher Neuorientierung, ähnlich wie Du, und versuche auch, in einer Bibliothek "zu landen". Leider bisher ohne Erfolg, trotz vieler Bewerbungen auf die ausgeschriebenen Stellen und Ausbildungen. Ein einwöchiges Praktikum habe ich im Oktober aber bekommen, was auch nicht selbstverständlich war. Da habe ich mal Glück gehabt. Aber ansonsten hat sich noch nichts getan. Aber ich bleibe dran, nehme solange Arbeit an, um über die Runden zu kommen, wenn sich was ergibt. Aber ich werde mich weiter bewerben, denn ich möchte die Bibliotheksarbeit gerne machen. Ich komme aus dem medizinischen Bereich, Raum München.


    Genau, mal sehen, was 2014 für Dich und mich bereit hält. Wissen kann man es ja nie.


    Allen schöne Weihnachtsfeiertage,


    bernadette1

    Viele Grüße,


    bernadette

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von bernadette1 ()

  • Hallo nochmal, ein Nachtrag.


    Auch mir hat das Arbeitsamt eine Umschulung aus den ähnlichen Gründen verwehrt. Zusätzliche Begründung: Er kann es nicht rechtfertigen, mich für viel Geld umzuschulen in einem Beruf, in dem nicht sicher ist, ob ich dann Arbeit bekomme. Und um Arbeitsvermittlung geht es da ja beim Arbeitsamt.


    Insofern bin ich da auch noch nicht weitergekommen.


    Grüße,


    bernadette1

  • Ein einwöchiges Praktikum habe ich im Oktober aber bekommen, was auch nicht selbstverständlich war.

    Hast du davon ein Praktikumszeugnis und legst das dazu und schreibst etwas in die Richtung, dass du schon Einsicht in die Aufgaben eines FaMI / [lexicon]FR[/lexicon] Bibliothek bekommen konntest und dir sicher bist, dass du das machen möchtest?

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  • ja, also das Arbeitsamt muss man nicht verstehen :-/
    Da möchte man doch das für sich geeignete arbeiten, und sei mal egal, ob man schon eine fertige Ausbildung hat oder nicht, man kommt (in meinem Fall) unverschuldet in die Arbeitslosigkeit und bekommt dann nicht mal eine finanzielle Unterstützung... MAXIMAL für den eigenen erlernten Beruf... Und selbst da hatte ich die Tage noch einen kleinen Kampf mit meiner Beraterin vom Amt, als es um ein Praktikum IN meinem erlernten Beruf ging, um meine Kenntnisse wieder upzudaten, was mir die letzten Jahre bei meinem Arbeitgeber nicht so möglich war....
    Man muss es nicht verstehen... :rolleyes:

  • An Wirbelwind,


    ja, ich bekam wirklich ein sehr gutes Zeugnis. Die Bibliotheksleiterin hat darin auch aufgezählt, was ich in der Praktikumswoche getan oder kennengelernt habe. Ich lege es auch meinen Bewerbungen seit Mitte Oktober bei und natürlich begründe ich in meinem Anschreiben, warum ich gerne in einer Bibliothek arbeiten möchte. Trotz alledem, bisher erfolglos. Es gibt allem Anschein nach auch wirklich sehr sehr viele Bewerbungen auf jede Stelle bei uns, so dass die Personaler aus dem Vollen schöpfen können und eine große Auswahl haben.


    An Martina81,


    Deine Arbeitsvermittlerin tut sich ja wirklich unglaublich schwer, Dir in irgendeiner Weise entgegenzukommen. Also seit meinem Beratungsgespräch im September bekam ich auch 0 Arbeitsstellen vom Arbeitsamt angeboten bisher, vielleicht weil er wusste, dass ich sowieso selbst aktiv bin mit dem Bewerben und ich zweitens ja noch meine Arbeitsstelle bis Ende dieses Jahres hatte.


    Mal sehen, wie es weitergeht.

  • An Wirbelwind,


    ja, ich bekam wirklich ein sehr gutes Zeugnis. Die Bibliotheksleiterin hat darin auch aufgezählt, was ich in der Praktikumswoche getan oder kennengelernt habe. Ich lege es auch meinen Bewerbungen seit Mitte Oktober bei und natürlich begründe ich in meinem Anschreiben, warum ich gerne in einer Bibliothek arbeiten möchte. Trotz alledem, bisher erfolglos. Es gibt allem Anschein nach auch wirklich sehr sehr viele Bewerbungen auf jede Stelle bei uns, so dass die Personaler aus dem Vollen schöpfen können und eine große Auswahl haben.

    Mag vllt auch am Altersunterschied liegen, dass die Methode zumindestens bei mir immer funktioniert hat.

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  • Ja, Deine Situation ist ja eine ganz andere. Du hast die Ausbildung gemacht, bist jung und ohne Kinder, konntest sogar Deinen Wohnort wechseln. Meine Situation sieht komplett anders aus. Das macht es auch sehr viel schwieriger, meinem Berufswunsch nachkommen zu können. Aber aufgegeben habe ich noch nicht.

  • Den Wohnort habe ich erst nach Ausbildungsende gewechselt. ;)

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


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    Marcus Tullius Cicero


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  • Ja, ich weiß. Ich meine ja, eine Arbeitsstelle zu bekommen, nicht eine Praktikumsstelle. Und die Arbeitsstelle hast Du doch nach Deiner Ausbildung bekommen und konntest dafür umziehen? Mir ist ein Umzug nicht möglich, denn ich habe Kinder und keine einfache Familiensituation.

  • Und die Arbeitsstelle hast Du doch nach Deiner Ausbildung bekommen und konntest dafür umziehen? Mir ist ein Umzug nicht möglich, denn ich habe Kinder und keine einfache Familiensituation.

    Beides ja. Das ist natürlich blöd, wenn man örtlich gebunden ist und man nicht in den großen Ballungsräumen lebt.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


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    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Hallo zusammen,


    ein Einwurf von meiner Seite, da ich jetzt gerade frisch in die Ausbildung gegangen bin und dementsprechend die Bewerbungslandschaft 2013 erlebt habe.


    1.) Der FaMI ist ein Orchideenberuf, deswegen braucht ihr von der Agentur für Arbeit in der Hinsicht keine Unterstützung erwarten. Was zählt ist, denen Einladungsschreiben vor die Nase zu knallen, und sich dabei vielleicht noch die Reisekosten erstatten zu lassen. In meinem Fall wurde mir von meinen Berufsberater über den gesamten Bewerbungszeitraum (August 2012 - April 2013) 1 Stellenangebot für den FaMI vorgelegt. In der selben Zeit hatte ich selbst über 40 Angebote recherchiert, zugegebenermaßen deutschlandweit, davon aber auch einige in meiner Umgebung.


    2.) Um gleich auf den anderen Punkt der Wohnortgebundenheit zu kommen. Für die Ausbildung gleichsam wie für die Berufsausübung nach der Ausbildung muss euch klar sein: Für den FaMI muss man flexibel sein, was den Wohnort betrifft. Vom Betrieb unbefristet übernommen zu werden ist ein Privileg, aber kein wirkliches Anrecht (obwohl der [lexicon]TVAöD[/lexicon]/TVA-L in Bezug auf die [lexicon]Übernahme[/lexicon] heute deutlich humaner ist als früher, siehe hier). Die Mehrheit der FaMI-Stellenausschreibungen sind befristet, die Entgeltstufen sind nicht immer befriedigend - vor allem dann, wenn man Familie hat.


    3.) Wenn ihr eine FaMI-Ausbildung machen wollt und nicht mehr dem Durchschnittsalter (16-20 Jahre) entsprecht, müsst ihr definitiv Opfer bringen. Dazu gehören z. B. Geschichten wie die ganzen drei Ausbildungsjahre jeden Morgen zwei Stunden zum Betrieb zu pendeln oder eben umzuziehen.


    Ich kann nur raten: Umso mehr ihr selbstständig überregional nach Stellen sucht und euch bewerbt, desto mehr Chancen eröffnen sich auf einen Ausbildungsplatz.


    Ansonsten möchte ich mich Wirbelwind anschließen. Auch bei uns an der Berufsschule sind jetzt genauso paar ältere Kaliber dabei. Praktika (also vielleicht auch mehr als eines) sind richtig und wichtig - möglicherweise eröffnen sie sogar Aussichten auf eine Ausbildung. :)


    Ich wünsche euch, Martina und Bernadette, dennoch das Glück, dass ihr auch ohne meine Einsichten wo unterkommt. Ausnahmen bestätigen die Regel. ;)


    Viele Grüße
    Nico


    PS: Ich habe meinen Bewerbungen immer ein Motivationsschreiben beigelegt, in dem ich noch mal beschrieben habe, was mich für die FaMI-Ausbildung besonders auszeichnet. - So als zusätzliche kleine Anregung.

    „Man kommt auch immer noch früh genug zu spät.“ -Helmuth Plessner

  • Was ich auch noch hinzufügen möchte: sollte man standortgebunden sein, ist es sehr heikel ob man FaMi werden will.
    Ich bin momentan Standortgebunden und seit einem halben Jahr auf Stellensuche und ich kann glaub meine Bewerbungen als FaMi noch an meinen beiden Händen abzählen.
    Ich versuche mich auch fachfremd zu bewerben - weil ich brauche einen Job - aber selbst da ist es schwer. FaMis tanzen innerhalb der kaufmännischen Berufen so total aus der Reihe, daß dann wiederum niemand mit uns wirklich anfangen zu weiß. Das muss man sich meiner Meinung einfach bewusst sein.

  • An Nico,


    vielen Dank noch für Deine zusätzlichen Anregungen bezüglich des Berufes :blume: und was damit einhergeht an Chancen und Einschränkungen. Interessant zu wissen. Und es ist gut, dass es dieses spezielle Forum gibt, wo all diese Erfahrungen und Meinungen gesagt werden können . Es hilft mir, diese zukünftig mehr bei meinen Bewerbungen zu berücksichtigen :daumen2: .


    Grüße,


    bernadette1