FaMI vs. MDA

  • hallo!


    nachdem ich mich selbstständig erfolglos als FAMI/ BIB beworben hatte und auch einige bewerbunsggespräche hatte, die wohl aufgrund von überqualifikation /studienabschluss und drei jahre bibliotheks-aushilfskraft in der uni) in absagen mündeten, hat mir das arbeitsamt angesichts einer vorliegenden krankheit und arbeitslosigkeit eine umschulung angeboten. dabei bin ich auf die MDA (medizinische dokumentationsaisstentin) gestossen, für die ich gleich feuer und flamme war, da sie mein interesse für medizin und verwaltende/ archivierende arbeiten gut kombiniert. möglicher ausbildungsort ist das SRH heidelberg. mit der schule habe ich schon kontakt aufgenommen. sie macht mir einen ausgezeichnetetn eindruck. diese woche werde ich sie außerdem für einen tag besuchen. allerdings macht mir das umschulungszentrum in heidelberg keinen so guten eindruck. vom sozialen/ therapeutischen umfeld tendiere ich sehr stark nach bad pyrmont, wo ich auch schon auf stippvisite war. dort wird ja der FAMI Med. Dok. angeboten. ich war zunächst gegen eine ausbildung dort, da laut internet und einer telefonischen aussage die dortige ausbildung keine medizinischen inhalte vermittelt, die ich für quereinsteiger unverzichtbar halte. nun war ich aber letzte woche dort und TAM-Tam. sie scheinen dazu gelernt zu haben! nun sind die medizinischen inhalte auch mit drin und die FAMIs MEd. Dok. in bad pyrmont werden von vornherein (im gegensatz zu den regulären azubis) gleich speziell für IHRE fachrichtung ausgebildet.


    ich hab nun aber trotz dieser positiven neuen nachrichten etwas bedenken bezügl. der FAMI-ausbildung: nach wie vor scheint sie mir sehr "krankenhauslastig" zu sein, wohingegen die MDAs (zumindest in heidelberg) sehr umfassend sowohl für das KH als auch für die forschenden medizin. institute und arzneimittelindustrie ausgebildet werden.


    außerdem fürchte ich, dass in den köpfen der arbeitgeber der FAMI von vornherein als niedriger qualifiziert als eine MDA eingestuft wird. der DVMD (fachverband für medizin. dokumentation) zeigt dies in einer auflistung auch so auf. außerdem ist die zugangsvoraussetzung für den FAMI die niedrigste (HS-abschluss).


    ich hätte sehr gern eure meinung zu dem thema und gerne auch speziell zu der schule f. medizin. dokum. / SRH in heidelberg und dem BFW in bad pyrmont.


    ich bin übrigens 29 und seiteneinsteigerin in der gesundheitsbranche. habe vorher ein studium absolviert (in einem komplett anderen bereich).


    LG


    buchlaus

  • In welcher Auflistung stuft der DVMD den FaMI MedDok niedriger als den MDA ein (Quelle)?
    Der FaMI wird durch den DVMD niedriger als der MD eingestuft, dass ist richtig und aufgrund des unterschiedlichen Curriculums auch aus Sicht des DVMD nachvollziehbar. Beim DVMD begreift man halt nicht, das der FaMI eine gänzlich andere Ausrichtung hat. Beim DVMD spielt übrigens Klientelpolitik und Besitzstandswahrung (Schutz des MDs) eine große Rolle. ;)


    Wenn du in die klinische Forschung möchtest, bist Du mit dem MDA sicher besser qualifiziert als mit dem FaMI MedDok. Genrell ist die Umschulung zum FaMI MedDok nicht von der gleichen Güte wie die duale Ausbildung in diesem Bereich. Das liegt an der Konzeption der Umschulung, der kürzeren Dauer und der finanziellen Fokussierung der Bildungsträger.


    Was nicht ausschließt, dass man auch als FaMI MedDok in der klinischen Forschung tätig sein kann, man hat es allerdings vielfach schwerer. :)


    PS: Bitte nicht deine Fragen in ein andere Thema hineinposten, besser immer ein passendes neues eröffnen!

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.

  • hallo torsten!


    ja, ist ganz gut, dass du nochmal einen neuen thrad aufgemacht hast.


    war mir anfangs nicht ganz sicher, ob ich einen neuen thread aufmachen soll. in dem anderen thread ging es ja auch speziell um bad pyrmont. meinungen dazu würden mich auch interessieren.


    ich kann die quellen nicht mehr angeben, weil ich dir artikel auf die schnelle nicht wiedergefunden habe. alle infos habe ich aber von der seite des fachverbandes DVMD bzw. den darauf verlinkten seiten und sollten dort wiederzufinden sein.


    ich hatte allerdings schon den eindruck, dass die unterschiede zw. MDA und FAMI daraus deutlich wurden. daraus entstand bei mir auch der eindruck, dass die FAMI-ausbildung weniger ansprüche stellt. die umschulung in bad pyrmont ist meiner beurteilung nach zwar inhaltlich reicher als an jeder berufsschule, die FAMIs fachrichtungsübergreifend in einer klasse ausbildet (die medizin. fächer unterrichtet in bad pyrmont z. b. ein arzt), aber es fehlt auf den ersten blick die breitbandausbildung, die auch die interessen der pharma- und forschenden industrie bedient. die MDA-schule in heidelberg hat z. b. einen intensiveren matheunterricht. bewerber müssen vorab auch einen 1,5-stündigen bewerbungstest absolvieren, der allein die mathekenntnisse überprüft.


    schöne grüße


    buchlaus

  • Ein guter Bildunsgträger setzt eine Eingangstest voraus, das viele Bildungsträger auch Umschüler mit Hauptschulabschluss akzeptieren ist deren monetären Interessen geschuldet.


    Bei einer dualen Ausbildung zum FaMI hat man mit einem Hauptschulabschluss schlechte Chancen.


    Bitte nicht die Umschulung mit der dualen Ausbildung gleichsetzen, die mancherorts minderqualitative Umschulung führt leider oftmals zu einer Abwertung des FaMIs in den Unternehmen, Instituten etc.


    Bitte Vorsicht mit Behauptungen, wenn Du die Quellen nicht beibringen kannst. Man darf nicht erwarten, dass die Leser sich auf die Suche nach deinen tatsächlichen oder vermeintlichen Quellen machen ...

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.

  • @torsten: würdest du denn die umschulung generell schlechter einstufen als eine duale ausbildung? ich erinnere mich an ein posting eines Fami-azubis hier im unterforum, der in hessen die ausbildung macht und deren berufsschule kaum bis gar keine rücksicht auf seine fachrichtung nimmt, er also praktisch ohne theoretische unterfütterung in den beruf geworfen wird. da halte ich eine solide zweijährige umschulung, die gezielt auf die fachrichtung zugeschnitten ist, für besser. in bad pyrmont bezieht sich der ganze unterricht nur auf die FR med. dok. du hast also nur unterricht in mathe, anatomie, physiologie, krankheitslehre, pharma, fachenglisch, fachrecht, datenbanken, dtv, wiso und ethik. das entspricht ziemlich genau dem fächerkanon wie in der MDA-ausbildung in heidelberg (beide ausbildungsorte habe ich genau miteinander verglichen).


    das pauschalurteil über die FAMI-ausbildung, wie man sie hier beim DVMD lesen kann, ist also so zumindest für einige umschüler nicht zutreffend:


    (hab ich jetzt extra für dich noch mal rausgesucht)


    Zitat

    Die FAMI haben ein breit angelegtes Grundlagenwissen aus den anderen vier Fachrichtungen Archiv, Bibliothek, Bildagentur sowie Information und Dokumentation. Im letzten Ausbildungsabschnitt erfolgt die Spezialisierung in der medizinischen Dokumentation.


    http://www.dvmd.de/berufsbild/faMI.php


    da der beruf des FAMIS in der medizin. dok. ja ohnehin noch nicht so bekannt ist, ist die gefahr somit natürlich sehr groß, dass man als zukünftiger bewerber nach einer umschulung nach diesen spärlichen informationen bemessen wird. das macht mir halt sorgen. :rolleyes:


    und hier schau mal:


    es geht ja schon aus der menge der aufgezählten tätigkeitsbereiche hervor, dass man einem FAMI sehr viel weniger zutraut als einem MDA nach einer zweijährigen ausbildung (die im übrigen auch nicht rein schulisch ist):


    FAMI:


    http://www.dvmd.de/berufsbild/faMI.php


    MDA:


    http://www.dvmd.de/berufsbild/MDA.php


    es gibt irgendwo beim DVMD auch eine hierarchische auflistung, wo man den FAMI qualimäßig an der untersten stufe eingruppiert. leider finde ich die info nicht auf die schnelle wieder, aber ich habe es 100% gelesen.

    Einmal editiert, zuletzt von buchlaus29 ()

  • Warum hast Du Dich nochmals registriert? :verwirrt:
    Ich habe Deine beiden Accounts zusammengeführt. Bitte nur einen Account nutzen!


    Bei Zitaten (hier von der DVMD-Seite) bitte immer die Zitat-Funktion im Editor nutzen.


    Zu deinem Beitrag:


    Zu den Links von der DVMD-Seite, dies gibt die Einschätzung des DVMDs wieder, und entspricht nicht zwingend der Realität oder auch im vollem Umfang dem Curriculum der FaMI-Ausbildung (Rahmenlehrplan KMK).
    Der FaMI hat - wie bereits geschrieben - eine gänzlich andere Ausrichtung (Stichwort: Fachrichtungsmodell), man kann Ihn, auch nicht die FR MedDok, mit dem MDA vergleichen. Dies war nie das alleinige Ziel bei der Schaffung dieses Ausbildunsgberufes.


    Was die von Dir genannte Schule anbelangt, ist mir diese wie auch deren Konzeption unbekannt. Wenn es allerdings so ist, orientiert man sich dort nicht am Rahmenlehrplan für den FaMI und nimmt den Absolventen, die zumindest theoretische Chance, auch in einer der anderen FR zu arbeiten.


    Der FaMI hat genrell ein schwieriges Standing. Es gibt Berufsschulen die geben sich sehr viel Mühe (bspw. OSZ BueroVerw in Berlin) und solche die weniger gut mit den Anforderungen des Fachrichtungmodells zu recht kommen. Bei den Bildungsträgern mag es ähnlich sein.


    Und ich denke nicht, dass sich potentielle Arbeitgeber an Texten auf der DVMD-Seite orientieren bzgl. der Einstellung eines FaMIs ... ;)

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.

  • das nochmalige anmelden war kein spaß, sondern ein notfall. ich hatte mein passwort vergessen und die passwortänderung und -aktivierung funktionierte nicht. es wurde automatisch eine ID und ein code per email weitergeleitet, der überhaupt nicht funktionierte. die forensoftware scheint wohl einen fehler zu beinhalten oder ist mit meiner browserversion nicht kompatibel.


    dass der FAMI-beruf eine andere ausrichtung hat, ist mir auch klar. allerdings ist das noch mal ein diskussionswürdiges thema für sich: welchen sinn soll das machen, wenn in der realität wohl kaum ein bewerber, der eine randnische wie wie med. dok. wählt, eine reelle chance hat in der überlaufenen FR BIB eine stelle zu bekommen. umgekehrt ist ein bewerber mit der FR BIB absolut chancenlos in einen spezialbereich wie die med. dok reinzukommen? ehrlich gesagt glaube ich sogar, dass es die FR med. dok. so irgendwann in der FAMI-ausbildung gar nicht mehr geben wird, da gerade in diesem bereich die spezialkenntnisse immer weiter zunehmen und der gesundheitssektor aus politischen gründen immer potentiell großen umwälzungen unterliegt.


    die meisten umschüler in der FR med. dok. kommen übrigens aus pflegeberufen (aktuell 90% in bad pyrmont). von daher haben die meisten auch ein interesse auf ihren bisherigen beruflichen kenntnissen aufzubauen. die konzentration auf eine FR finde ich daher sinnvoll. außerdem ist die arbeitsmarktlage in dem bereich momentan wirklich ganz gut (besonders kodierfachkräfte werden gesucht).


    interessant ist die sache höchstens für umschüler für mich, die branchenfremd einsteigen. ich hab ein fertiges uni-studium und drei jahre in einer uni-bib gearbeitet. hab ich hinterher den FAMI-abschluss, ungeachtet der tatsache, dass ich die anderen FR gar nicht kennengelernt habe, könnten potentielle arbeitgeber wie bibliotheken, archive ja dennoch von meiner "breitbandigkeit" ausgehen. mit meiner joberfahrung im bibliotheksbereich hätte ich dann ja sogar noch ein richtiges ass im ärmel. -müsste jedenfalls so sein, wenn ich danach gehe, was man mir an der TU und HU in berlin im bewerbungsgespräch mitgegeben hat, das formal wirklich super lief, eben zu super.. bis ich dann neugierigerweise fragte, wie es denn mit meinem alter aussähe und weil ich schon ein studium hätte..."sie haben drei jahre in einer BIB gearbeitet, ein wiss. studium absolviert -sie könnten sich als bibliothekarin weiterausbilden lassen, aber was wollen sie hier unter 16-jährigen?" :verwirrt: ...aber irgendwie hatten sie natürlich auch recht. ich hab in meinem job damals auch FAMI-azubis angeleitet. aber ich bild mir auch nichts ein darauf und könnte mir genauso gut vorstellen, selbst wieder unten anzufangen .

  • buchlaus


    Kurze Anmerkung: Ende Oktober lezten Jahres gab es in Köln eine Weiterbildungsmesse (Veranstalter war die IHK-Köln) in den Gewerblichen und Kaufmännischen Bereichen. Ich selber bin gelernte Assistentin an Bibliotheken (mit Berufserfahrung) und habe mich für die Berufe bzw. Weiterbildungs- / Umschulungsmöglichkeiten im Bereich der Medizinischen Dokumentationsassistentin / Fami Medizinische Dokumentation / Kodierfachkräfte interessiert. Dort gab es einen Stand der Universitätsklinik Köln (leider nur mit 1 Person besetzt), dort habe ich dann mal nachgefragt. Die Antwort: "Wir nehmen nur Leute aus dem Bereich mit Medizinischer Grundausbildung". Womit gemeint ist: Krankenschwerstern, Altenpfleger, Arzthelfer, ... Somit ist also klar, warum 90% der Umschüler / Weiterbildungsleute aus dem Medizinischen Bereich kommen!!!


    Schöne Grüße Bücherwurm74

  • das nochmalige anmelden war kein spaß, sondern ein notfall. ich hatte mein passwort vergessen und die passwortänderung und -aktivierung funktionierte nicht. es wurde automatisch eine ID und ein code per email weitergeleitet, der überhaupt nicht funktionierte. die forensoftware scheint wohl einen fehler zu beinhalten oder ist mit meiner browserversion nicht kompatibel.


    Das der Code bei Passwortänderung nicht funktioniert, ist mir bisher noch nicht zu Ohren gekommen. Diese Funktion wird nahezu täglich genutzt. Wenn Du Probleme hast bitte erst immer an den Admin wenden und nicht gleich einen neuen Account eröffnen.
    Offenbar kannst Du Deinen ersten Account nun wieder nutzen ...
    Die Forensoftware beinhaltet hier keinen bekannten Fehler. Welchen Browser in welcher Version nutzt Du? Alle gängigen Browser in halbwegs neuen Versionen sind problemlos nutzbar.
    Aber wir gehen hier offtopic ...

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.

  • Hi,


    ich bin selber FaMI FR Med. Dok. und habe in einem Auftragsforschungsinstitut (CRO) der Pharma-Industrie gelernt. Es war nach der Ausbildung sehr schwer einen Job als FaMI zu finden, da der Beruf in der Pharma- und Biotechnologie-Industrie praktisch unbekannt ist. In öffentlichen Forschungseinrichtungen ging es mir genau so. Es interessiert sich absolut niemand für meine theoretischen Lehrinhalte, nicht mal mein ehemaliger Ausbildungsbetrieb interessierte sich dafür. BEi Stellenausschreibungen suchten sie übrigens nie FaMIs, obowhl sie sie selber ausbildeten. Was ich in der Theorie in der Berufsschule lernte und was ich der Praxis lernte, waren zwei verschiedene Berufe, die nichts mit einander zu tun hatten.


    Wenn du in die forschende Pharma-Industrie willst, dann als MDA/MD oder direkt dort gelernt. Als FaMI aus einem Berufskoleg oder dergleichen solltest du sehr schlechte Karten haben, da dir jegliche praktische Erfahrung fehlt. Die MDAs/MDs kommen meistens auch in den Job durch ein längeres Praktikum (3-6Monate) zuvor. Habe ich selbst mehrfach in diversen Firmen erlebt. Die Theorie ist gut und schön aber die klinische Forschung ist davon weit entfernt und sehr spezialisiert. Selbst die beste theoretische Ausbildung kann nur eine Grundlage sein aber keine Qualifikation für einen Job in der klinischen Forschung. Da lernte man eben nur sehr oberflächlich was ein CRF, ein TMF, ICH-GCP, etc. ist.


    Egal welche Ausbildung, für die klinische Forschung brauchst du sehr gute, möglichst fließende Englischkenntnisse. Ob nun Abitur oder nicht, spielt keine Rolle in den unteren Position wie z.B. Studienassistent (Clinical Trial Assistant/Administrator/Associate). Ein wissenschaftliches Studium wie in deinem Fall kann aber sehr hilfreich sein. Ich studierte auch zuvor Biologie 3 Semester lang und sprach sehr gut Englisch und nur deshalb wurde ich als Azubi genommen. Es gelernt zu haben wissenschaftlich zu arbeiten, kann sehr hilfreich sein. In meiner CRO gibt es da Biologen, Chemiker, Mediziner, Pharmazeuten aber auch Mathematiker, Kunsthistoriker, Achäologen, Kummunikationswisschenschaftler etc.


    Ehrlich gesagt, hätte ich nicht in einer CRO gelernt, hätte ich diesen Beruf nie freiwillig erlernt. Als MDA hast du einfach bessere Chancen. Als FaMI FR Med. Dok. wurde ich, wenn überhaupt, dann immer mit den MDAs verglichen und schnitt meistens schlechter ab. Ich musste dann erstmal auf die Unterschiede aufmerksam machen und auf meine deutlich größere Berufserfahrung. Aber bei den meisten Vorstellungsgesprächen interessierte sich niemand für meinen Beruf und es ging einzig und allein um die Berufserfahrung und die Englischkenntnisse. Dass ich die Berufsschule mit Gesamtnote 1,0 und die IHK mit 91% (Note 2) abschloss, war nur eine nette Randnotiz, auf die meistens gar nicht eingegangen wurde.


    Ach ja, dir sollte klar sein, das in den Bereichen medizinsiche Dokumentation sehr große Arbeitsschwerpunkte gibt, die nicht viel mit einander zu tun haben. Ich kann weder wirklich gut programieren, noch kodieren nach DRGs, obwohl ich beides mal lernte. Das sind Schwerpunkte der MDAs/MDs und sie werden dann auch als Kodierfachkraft oder Data Manager/Data Coordinator/Data Base Developer etc. eingestellt. Ich würde damit keinen Job bekommen, da ich es ja nur mal in der Beruffschule lernte.


    Ich konzentriete mich auf die Dokumentation und Archiverung klinischer Studien und bin ausgebilderter Studienassistent (Clinical Trial Associate) und Referent für klinische Studien (Clinical Research Associate). Da zählt ICH-GCP aber nicht ICD10 oder DRGs. Überlege dir wo du später arbeiten willst und wähle danach die Ausbildung. Hinterher ist es deutlich schwerer. Krankenhaus oder Pharma-Industrie/Öffentlich geförderte klinische Forschung?


    Ach ja, in Heidelberg wäre es leichter in der Umgebung durch Praktika in die Pharma/Biotechnologie-Industrie zu kommen. Kontakte sind hier das A und O :) Die Branche ist klein. Das Uniklinikum dort betreibt auch recht viel klinische Forschung, was auch ein lohnenswerter Praktikumplatz wäre. Mein Monat in einer Klinik brachte deutlich mehr wie das Bibliotekspraktikum, da diese Kenntnisse in diesem Bereich eh keiner braucht. Bis auf die Rote Liste (ein Arzeimittelverzeichnis), brauchte ich in den letzten Jahren nie ein Buch....


    Viele Grüße,


    Robert

  • Ein guter Bildunsgträger setzt eine Eingangstest voraus, das viele Bildungsträger auch Umschüler mit Hauptschulabschluss akzeptieren ist deren monetären Interessen geschuldet.


    Das ist so nicht korrekt. Der Hauptschulabschluss inklusive einer mit "gut" abgeschlossenen Ausbildung entspricht dem Sekundarabschluss I und dieser berechtigt prinzipiell zur Aufnahme einer MDA-Ausbildung, sofern noch weitere Kriterien erfüllt werden, beispielsweise Englisch-Kenntnisse. Ein Eingangstest solte obligatorisch sein, wir an den Euro-Schulen Trier haben z.B. zwei Testverfahren und ein Auswahlgespräch eingeführt. Sofern intellektuelles Vermögen und Motivation stimmen und - ganz wichtig - eine Aussicht auf Vermittlungserfolg besteht, spricht wirklich nichts gegen eine Aufnahme von Hauptschülern.


    Im Übrigen darf ich im Zusammenhang FaMI vs. MDA auch auf unser Weiterbildungsbarometer Medizinische Dokumentation verweisen:


    Gängige Ausschreibungspraxis ist es, weniger nach Berufsbezeichnungen denn nach detaillierten Fachkenntnissen und bestimmten soft skills zu suchen.


    Ob man also MDA oder MD oder FaMI ist, ist von nachgeordneter Bedeutung, sofern das eigene Profil mit dem der ausgeschriebenen Stelle übereinstimmt.

    Pleasure today. Power tomorrow.


  • Das ist so nicht korrekt. Der Hauptschulabschluss inklusive einer mit "gut" abgeschlossenen Ausbildung entspricht dem Sekundarabschluss I und dieser berechtigt prinzipiell zur Aufnahme einer MDA-Ausbildung, sofern noch weitere Kriterien erfüllt werden, beispielsweise Englisch-Kenntnisse. Ein Eingangstest solte obligatorisch sein, wir an den Euro-Schulen Trier haben z.B. zwei Testverfahren und ein Auswahlgespräch eingeführt. Sofern intellektuelles Vermögen und Motivation stimmen und - ganz wichtig - eine Aussicht auf Vermittlungserfolg besteht, spricht wirklich nichts gegen eine Aufnahme von Hauptschülern


    Ich kann nicht erkennen was an meinem Beitrag "so nicht" korrekt" sein soll?


    Ich habe bewusst nicht verallgemeinert, an eurer Schule mag dies anders gehandhabt werden. Meine - persönliche wie auch durch Berichte Dritter - Erfahrung ist vielfach eine andere. Letztlich ging es hierbei nicht um die MDA-Ausbildung, sondern um die FaMI MedDok Umschulung. Siehe1. Beitrag der Threaderstellerin.

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.

  • Hallo buchlaus,
    ich würde gern was zu deiner Überlegung sagen, ob FaMi oder MDA an der SRH Heidelberg.
    Über FaMi kann ich leider nicht viel sagen. Ich wußte bis heute nicht, dass es den gibt. Mein Reha-Berater am Arbeitsamt offenbar auch nicht, als er mir vor 3 Jahren die Umschulung zum MDA vorschlug. Im Gegensatz zu MDA hätte FaMi zu 100% in meine Vorstellungen gepasst!
    Zum MDA an der SRH Heidelberg - Rückblickend muss ich leider sagen: Was schlechteres habe ich noch nie erlebt! Und ich habe schon einige Ausbildungen hinter mir.
    Der Schwerpunkt in HD liegt eindeutig auf Kodierung. Daneben war die Medizinausbildung sehr gut. Der Rest war mäßig bis Chaos pur.
    Klinische Studien, mein Wunschfeld, wurde absolut vernachläßigt. Von Statistik und Software (SAS) habe ich nur rudimentär Ahnung. Wenn du in den Bereich willst - Vergiss es!
    Ich würde sagen, man wird dort Kodierfachkraft mit sehr guten Anatomiekenntnissen.
    Der Rest war leider teilweise wirklich unsäglich: Chaos in der Ausbildung, in Word und Access nicht über 1-Lehrjahrs-Niveau hinausgekommen, die Dokumentation ein stümperhaftes Chaos mit einem End-Wissensstand, den andere Schulen nach 6 Monaten erreichen dürften.
    Das ist auch der Grund, weshalb ich mich jetzt als Selbständiger durchschlage. Kodieren wollte ich nie und in den anderen Feldern habe ich mit dem Wissen keine Chance!
    Wenn man dann noch das drumherum berücksichtigt - z.B. eine Mensa, da ist Schweinfutter Haute Cuisine dagegen - mein Tipp: LASS ES!!

    Einmal editiert, zuletzt von mdasrh ()