Landtag NRW zu Sonntagsöffnung der Bibliotheken

  • Kulturausschuss veröffentlicht Stellungnahme zur Sonntagsöffnung


    Der Ausschuss für Kultur und Medien des Landtags NRW hat seine Beschlussempfehlung zum Entwurf des Bibliotheksstärkungsgesetzes veröffentlicht. Der Gesetzentwurf wird einstimmig befürwortet und könnte bereits Mitte Oktober verabschiedet werden.

    Wörtlich heißt es in der Begründung unter anderem:

    Öffentliche Bibliotheken seien Bildungseinrichtungen, die Medien- und Informationskompetenz gerade an Kinder und Jugendliche vermittelten.
    Ihre Funktion als Zentren für Kultur und Bildung rechtfertige zudem die Bezeichnung öffentlicher Bibliotheken als „Dritte Orte“.
    Der Gesetzentwurf problematisiert, dass öffentliche Bibliotheken als Orte der Kultur, anders als Museen, Theater oder kommerzielle Freizeiteinrichtungen, an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben müssen. Sie könnten dadurch ihre Funktion als gesellschaftliche Begegnungsorte, die auch der nichtkonsumtiven Freizeitgestaltung dienen, nur unzureichend erfüllen.
    Aus diesen Gründen sollten durch eine Änderung des Kulturfördergesetzes im öffentlichen Interesse liegende Aufgaben gesetzlich anerkannt und künftig in das Förderhandeln des Landes einbezogen werden. Der Gesetzentwurf schaffe zudem die rechtlichen Voraussetzungen, um über eine Änderung der Bedarfsgewerbeverordnung die Öffnung öffentlicher Bibliotheken an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen. Es handele sich um ein in sich geschlossenes und aufeinander bezogenes Regelungsvorhaben.

    Quelle: Landtag Nordrhein-Westfalen, 17. Wahlperiode, Drucksache 17/7513, Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Kultur und Medien zu dem Gesetzentwurf der Fraktion der CDU und der Fraktion der FDP Drucksache 17/5637 (27.09.19), online verfügbar unter https://www.landtag.nrw.de/Dok…v/Dokument/MMD17-7513.pdf

    Coco Bandicoot:
    [Crash attacks her] I'm telling mom! If we had one.
    Coco: Ouch! All right! I'll get revenge when you're sleeping!

  • Wiegesagt, ist ja an sich ein ganz schöner Gedanke (zwecks "Dritter Ort", etc.) und wird wahrscheinlich auch bei den Lesern überwiegend gut angenommen und "benutzt" werden, aaaaber ... wie das dann alles personell und generell organisatorisch gestemmt werden soll kann ich mir im Moment noch nicht vorstellen.


    Unsere UB hat zwar auch am Sonntag geöffnet, allerdings ohne Stammpersonal und nur mit Hilfskräften.

  • Wiegesagt, ist ja an sich ein ganz schöner Gedanke (zwecks "Dritter Ort", etc.) und wird wahrscheinlich auch bei den Lesern überwiegend gut angenommen und "benutzt" werden, aaaaber ... wie das dann alles personell und generell organisatorisch gestemmt werden soll kann ich mir im Moment noch nicht vorstellen.


    Unsere UB hat zwar auch am Sonntag geöffnet, allerdings ohne Stammpersonal und nur mit Hilfskräften.

    kenns auch von meiner AusbildungsUB, dass Sonntags mit Hiwis gestemmt wurde..

    bestimmt würde der Landtag dafür dann auch mehr Gelder locker machen. oder da Bibliotheken meist 1 Tag zu haben, dass den Tag dann die Mitarbeiter zu Hause bleiben können für den Sonntag

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  • Sonntagsöffnung schön und gut - aber es trifft ja hier hauptsächlich die Frauen, die eh schon Familie und Beruf vereinbaren müssen - Privatleben gleich Null oder dann Frei wenn andere arbeiten müssen...

    Das macht in Zukunft den Beruf zur FaMi uninteressant - schon auf Grund unserer Arbeitszeiten.

    Eine Bibliothek mit Hilfskräften zu öffnen vertreibt gerade die Leser, für die sich am Sonntag als einzig möglicher Tag ein Bibliotheksbesuch anbietet, die professionelle Hilfe erwarten. Ansonsten kommt immer die gleichen Klientel, die Langeweile haben und sich vor Ort nur so durchschnorren wollen... Die kennen und haben wir alle! Familien mit Kindern sind am Wochenende anderweitig unterwegs.

    Zudem gibts arbeitszeitrechtlich Personalprobleme für die Besetzung der bestehenden Öffnungszeiten in der Woche - wer bekommt wann die Woche vorher oder nach der Sonntagsarbeit den Freizeitausgleich? Wo wir doch überall personell unterbesetzt sind und können so schon kaum die Öffnungszeiten personell abdecken können.

    ArbZG § 11/1 sieht vor mindestens 15 freie Sonntage im Jahr müssen arbeitsfrei bleiben - Ausnahmen müssen tariflich angepasst werden!!!

    Die Realität wird anders aussehen...

  • mussen da nicht persrate mit bestimmen wenn es um sowas geht und auch die Gewerkschaft da Tarifrecht ?:?:

    » "So do all who live to see such times but that is not for them to decide. All we have to decide is what to do with the time that is given to us."Lord of the Rings

  • mussen da nicht persrate mit bestimmen wenn es um sowas geht und auch die Gewerkschaft da Tarifrecht ?

    ... Ja natürlich - aber wenn der Gesetzgeber schon die entsprechenden Vorgaben festlegt, kann die Gewerkschaft / Personalrat nur noch Schadensbegrenzung so weit möglich vornehmen. An der Tatsache Sonntagsöffnung können die nichts ändern - höchstens intern hinauszögern! Und wenn man Pech hat, wird wie im ArbZG §11/1 die Anzahl der freien Sonntage über Dienstvereinbarungen noch gekürzt. Da kann sich der Personalrat auch nicht immer erfolgreich durchsetzten. Bei uns in der Bücherei sind alle Kolleginnen durch Ver.di vertreten, dass im Falle einer Sonntagsöffnung wir gemeinsam dagegen klagen könnten - dadurch hätte der Personalrat auch eine Unterstützungsgrundlage, die ein entsprechendes Anliegen Erfolgreich abwehren könnte... Wie gesagt könnte ...

  • ich stimme allem zu.

    Coco Bandicoot:
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  • Dem stimme ich ebenfalls zu.

    Vor allem da ja bis jetzt doch schon sehr viele Gemeinden, Städte oder auch Unis/Hochschulen mit "Familienfreundlichkeit und Flexibilität für Arbeitnehmer" werben (also zumindest hier in Bayern, aber in NRW bestimmt auch :D). Und das wird halt dann nicht mehr so einfach umzusetzen sein, wenn "wir" auch noch gezwungen werden am Sonntag zu arbeiten, selbst wenn es nur für eine verkürzte Öffnungszeit wäre.


    Sehr schwieriges Thema. Hoffe dass uns das in Bayern nicht allzu schnell ereilt.

  • Dem stimme ich ebenfalls zu.

    Vor allem da ja bis jetzt doch schon sehr viele Gemeinden, Städte oder auch Unis/Hochschulen mit "Familienfreundlichkeit und Flexibilität für Arbeitnehmer" werben (also zumindest hier in Bayern, aber in NRW bestimmt auch :D). Und das wird halt dann nicht mehr so einfach umzusetzen sein, wenn "wir" auch noch gezwungen werden am Sonntag zu arbeiten, selbst wenn es nur für eine verkürzte Öffnungszeit wäre.


    Sehr schwieriges Thema. Hoffe dass uns das in Bayern nicht allzu schnell ereilt.

    mein Problem wäre dann ja auch, da ich mich kirchlisch engagiere, dass ich dann auch nicht mehr in die Kirche gehen kann, obwohl ich ein tiefst gläubiger mensch bin.

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  • mein Problem wäre dann ja auch, da ich mich kirchlisch engagiere, dass ich dann auch nicht mehr in die Kirche gehen kann, obwohl ich ein tiefst gläubiger mensch bin.

    daran hab ich nicht gedacht hast Recht

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  • Also ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen... Ich hab inzwischen in vier verschiedenen Bibliotheken gearbeitet und überall hat es am Personal gemangelt. Ich weiß echt nicht wie man so eine Sonntagsöffnung durchboxen wollte.

  • Also ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen... Ich hab inzwischen in vier verschiedenen Bibliotheken gearbeitet und überall hat es am Personal gemangelt. Ich weiß echt nicht wie man so eine Sonntagsöffnung durchboxen wollte.

    dann sagen die politiker "muss auch so gehen.."

    als das land hessen in meinen jahrgang die ausbildungszahlen erhöhte, hat unser ausbilder zum amt gesagt, wir brauchen mehr personal bei der masse an auszubildenden und da kam der plumpe satz, es müsse auch so gehen

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  • dann sagen die politiker "muss auch so gehen.."

    als das land hessen in meinen jahrgang die ausbildungszahlen erhöhte, hat unser ausbilder zum amt gesagt, wir brauchen mehr personal bei der masse an auszubildenden und da kam der plumpe satz, es müsse auch so gehen

    Da kann man sich aber eigentlich nicht rauswinden, weil es Vorschriften gibt, wie viele Azubis du max. bei einer bestimmten Anzahl an Fachpersonal betreuen darfst.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Da kann man sich aber eigentlich nicht rauswinden, weil es Vorschriften gibt, wie viele Azubis du max. bei einer bestimmten Anzahl an Fachpersonal betreuen darfst.

    stimmt. bei uns haben die die ab meinem jahrgang von 3-5 auf 7-9 erhöht. wir fingen mit 7 an und waren am Ende 8 mit verkürzer

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  • stimmt. bei uns haben die die ab meinem jahrgang von 3-5 auf 7-9 erhöht. wir fingen mit 7 an und waren am Ende 8 mit verkürzer

    Hessen hat jetzt viel weniger Fami Azubis .

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  • wäre ja auch wahnsinn gewesen, jedes jahr 7-9 famis auszubilden

    Wir bräuchten aber die Menge.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst? Könnte man höchstes Glück und tiefstes Unglück ertragen, hätte man niemanden, der daran teilnimmt? Freundschaft ist vor allem Anteilnahme und Mitgefühl!"
    Marcus Tullius Cicero


    Früher Eve1992 - Ihr könnt mich aber trotzdem weiterhin Eve nennen. ;)

  • Wir bräuchten aber die Menge.

    was bringt es, soviel auszubilden wenn man die nicht beschäftigen kann und ohne berufserfahrung auf den arbeitsmarkt loslässt?

    Guck dir nur mal an, wie viele sich auf eine unbefristete Stelle bewerben.. das sich auf eine Schwangerschaftsvertretung nicht gerade viele bewerben ist klar. Hab ich auch nur wegen Berufserfahrung.

    Sollen erstmal die arbeitslosen Famis und Assistenten unterbringen und wenn dann noch offen ist, überbedarflich ausbilden. Habe aber auch schon mitgekriegt, dass kein Azubi genommen wurde, wenn sich keiner geeignet hat.


    Wir waren 8 Lehrlinge und von den 8 sind nur noch 3 Fami.

    eine unbefristet in einer ÖB, der andere befristet in einer ÖB, die dritte unbefristet in einer WB, 3 studieren, einer schmiss kurz vor der Nachprüfung hin und nummer 8 macht eine neue Ausbildung.

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  • Wenn ich mir aber anschaue, wie viele Bewerbungsfristen verlängert werden mittlerweile, dann ist die Aussage, dass der Markt leer ist nicht nur so dahin gesagt, sondern es scheint zu stimmen und ohne neue Azubis keine Fachkräfte.

    Lesen macht total viel Spaß!!! ;)


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  • wäre ja auch wahnsinn gewesen, jedes jahr 7-9 famis auszubilden

    der UB Ausbilder hat das mit 7 geschafft und wir waren 4 anfangs.

    Ich gebe Wirbelwind Recht es müssen mehr ausgebildet werden.

    Btw Heidelberg sucht händeringend Fami Azubis.

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