Vorstellungsgespräch – So war’s, so geht’s!

  • Hallo alle miteinander :)


    Diesen Thread möchte ich zur Hilfe für alle zukünftigen FAMIs eröffnen.
    Ich denke, ich bin nicht die einzige, die ziemlich aufgeregt ist, wenn ein Gespräch ansteht und ich weiß noch genau, wie ich mir Gedanken darüber machte, was wohl alles auf mich zukommen wird.
    Dies soll ein Sammelthread werden, der Erfahrungsberichte und Tipps beinhaltet, damit sich jeder, der Interesse daran haben sollte, informieren kann, wie ein Vorstellungsgespräch ungefähr abläuft und was man zu beachten hat.


    Ich mache mal den Anfang ;)


    Meine Gespräche bisher verliefen allesamt eher unspektakulär. Bislang waren immer 3 bis 5 Personen anwesend und die Unterhaltung dauerte ungefähr 30 Minuten.
    Bei allen Gesprächen musste ich mich zuallererst selbst vorstellen. Danach wurden eher „Standardfragen“ gestellt:
    * warum ich die Ausbildung machen möchte
    * warum gerade in dieser Bibliothek
    * was weiß ich über die Firma/das Institut, zu der/dem die Bibliothek gehört
    * was denke ich, werde ich für Tätigkeiten ausüben
    * Fragen zu meinem Lebenslauf
    Einmal wurden mir spezifischere Fragen gestellt, was die Ausbildungstätigkeiten anbelangt und einmal sogar, was ich tun würde, wenn mich ein Fremder auf der Straße anspricht und wissen will, zu welchen Zeiten ein Bus fährt :D


    Man kann also, wie man sieht, nicht auf jede Frage vorbereitet sein – das muss man aber auch nicht! Wichtig ist eigentlich nur, dass man auf die oben genannten Fragen zumindest ein bisschen gefasst ist und sich über den Ausbildungsbetrieb informiert hat.


    Ansonsten noch einen kleinen Tipp:
    * Wenn dir ein Glas Wasser (Tee, Kaffee, etc.) angeboten wird, ruhig zugreifen! Das hilft bei kleinen Denkpausen, in denen man sich noch nicht sicher ist, was man antworten sollte. Einen Schluck trinken und schon hat man ein wenig Zeit gewonnen, in der man ruhig nachdenken kann, was man als nächstes sagt.



    So, dann bin ich gespannt auf eure Erfahrungsberichte und Ratschläge!

    Einmal editiert, zuletzt von ~Eva~ ()

  • Meine Vorstellungsgespräche....mhh....


    Also insgesamt wurde ich zu 4 Gesprächen eingeladen.


    Das 1. war eigentlich ganz normal, ich saß 3 Leuten gegenüber, es dauerte eine halbe Stunde ca. und die Fragen waren eigentlich eher allgemein. Wobei mein Lebenslauf ja eigentlich schon die Richtung der Fragen vorgab - warum ich mein Studium schmeiße, wieso ich FaMi werden will, und warum ich das ganze nicht studieren will. Dann noch eine Frage, was ich mir unter dem Beruf so vorstelle und ob ich es in Kauf nehmen würde im Falle einer Zusage auch eine Stunde Fahrtzeit zum Arbeitsort in Kauf zu nehmen (war etwas weiter weg die Bib)...und das wars eigentlich.
    "Fiese" Fragen kamen eigentlich nicht dran, auch keine zu Stärken und Schwächen und so weiter.


    Das 2. war dann schon etwas formeller, da kam dann auch die ein oder andere Frage nach Situationen und wie ich da reagieren würde. War soweit aber auch recht gemütlich und herzlich, und ich saß nur 2 Leuten gegenüber.


    Das 3. war für die Stelle in einer größeren Stadtbibliothek, und das war doch recht interessant, weil es ein Gruppengespräch war. Wir waren zwei Grüppchen zu je 5 Leuten. Ich war in Gruppe 1, wir wurden reingerufen und saßen dann an einem großen Tisch ich glaube 7 verschiedenen Leuten gegenüber.
    Da musst man doch doch erstmal schlucken.
    ja, und dann ging es eben reihum...es wurde eine Frage gestellt, die Erste musste antworten, dann der Rest. Zweite Frage zweite Bewerberin, und so weiter..immer der Reihe nach.
    Da kamen dann fragen nach Lieblingsfächern, Hobbies, natürlich auch wie man auf den Beruf gekommen ist und warum man denkt, dass der zu einem passt, und auch die ein oder andere etwas gemeine Frage, bei der man sich die Antwort wirklich gut überlegen musste. Hier kam auch das einzige mal die frage auf, ob wir uns bezüglich der Geschehnisse die in der Stadt gerade aktuell waren, informiert hätten und ob wir da etwas nennen könnten...


    Das 4. brauch ich eigentlich nicht zu erwähnen, da dort eigentlich sowieso schon eigentlich im vornherein feststand, dass ich die Stelle kriege...*hüstel*



    Allgemein gesehen fand ich aber jedes der Vorstellungsgespräche weitaus angenehmer als die, die einem in diesen Vorbereitungsbüchern prophezeiht wurden. Die Fragen waren beantwortbar, ohne versteckte Fallen und ja...wenn man denn wusste was man wollte. Also über den Beruf, für den man sich bewirbt, sollte man natürlich Bescheid wissen. Aber ich denk das ist ja eigentlich sowieso schon obligatorisch.


    Als Tipp könnte ich nur noch anfügen, dass man möglichst ehrlich bleiben sollte. Auch wenn der Lebenslauf vielleicht nicht schnurgerade verlaufen ist und man einige Kurven drin hat und sich jetzt umorientieren will...auch dann isses machbar. Man muss es nur eben gut und eben halbwegs ehrlich begründen, so dass die Entscheidung für den Beruf nachvollziehbar ist :)
    Ich hatte als Studienabbrecherin jetzt wirklich weniger Probleme...hatte letztendlich 3 Zusagen von 4 Stellen die mich eingeladen hatten. Und ich denke das lag vor allem daran dass ich ehrlich war und wusste was ich eben wollte.

    ~ Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne ~
    Mein FaMi-Blog

  • Ich wurde zu ca. 4 Gesprächen eingeladen... Ich kann mich aber nicht mehr an alle erinnern.
    Eines davon war ganz und gar nicht für den FaMI-Beruf. Das war für den Beruf Zahntechniker/in.
    Es war mein allererstes Vorstellungsgespräch überhaupt - und mein beschissenstes.
    Ich war viel zu früh da. Und musste lange warten. War total nervös... Ich hatte noch ein paar Fakten und Fragen mir im 'Wartezimmer' überlegt.
    Nach einigen Minuten kam dann ein junger Mann rein. Er war auch zum VG eingeladen. o.o Und als ich ihn sah, war ich total eingeschüchtert. x.x
    Nja, ich musste zuerst dran glauben. Ich wurde in ein kleines Zimmer geholt und mein Befrager saß mir nur weniger Zentimeter gegenüber (nicht mal ein Tisch dazwischen). Ich stellte meine Fragen, er beantwortete mir die Fragen und dann stellte er eine Liste von Fragen. Waren so dämliche Standardfragen. (In meiner Ausbildung hab ich dann übrigens auch gelernt, dass da Fragen mit bei waren, die er mir gar nicht hätte stellen dürfen!) "Rauchen Sie?", "Sind sie schwanger?", "Haben Sie irgendwelche Allergien?" usw. Und dann war das Gespräch vorbei und eine Antwort hab ich bis heute nicht. XD War ziemlich scheiße.


    Ein anderes VG hatte ich in den Hamburger Bücherhallen.
    Da wurde ich total lieb empfangen. ^^ Mit Frühstück und Tee. ^^ Aber ich war zu nervös und hab nur ein paar Gummibärchen runterbekommen.^^°
    Auch da hatte ich mich informiert. Damit hatte ich voll die Schwierigkeiten, weil ich mir trotz der ganzen Beschreibungen über den Beruf des FaMI, nichts wirklich unter dem Beruf vorstellen kann...
    Ich hatte mich zwar informiert aber wohl zu wenig. Zumindest war das mein Eindruckt. Bei einigen Fragen musste ich scharf nachdenken, was ich am besten antworte.
    Ich musste beschreiben wie eine öffentliche Bibliothek aufgebaut ist und hab das ganz gut hinbekommen. Ich sollte erzählen, was ich lese - auch das hab ich hinbekommen. Dann sollte ich sagen, ob ich gesundheitliche Einschränkungen habe... Und auch das hab ich getan. x.x Und dann kam die Absage ein paar Wochen später. Total tolles VG - Absage..


    EDIT:
    Dann hatte ich das letzte VG...
    Ich fand, dass es absolut scheiße gelaufen war. *drop* Hatte mich nicht genügend über den Betrieb informiert und hatte nicht verstanden, dass es sich um eine Hochschulbibliothek handelte. Beim VG hab ich dann ernsthaft gefragt, ob es sich auch um die Fachrichtung Bibliothek handelt. Ich hatte ein totales Brett vorm Kopf und hab mich höllisch verhaspelt. x.x Es ist total mies gelaufen.
    Ich hatte ca. 6 oder 7. Personen vor mir sitzen. Die Leiter der verschiedenen Bibliotheken, die es bei uns an der Hochschule gibt... Und noch Leute aus dem PR. Ich war bei dem VG nicht so nervös, wie bei den vorigen, weil ich ja ungefähr wusste, wie es abläuft / was mich erwartet... Und ich war hoffnungslos und pessimistisch.
    Ich wurde Fragen gestellt wie: "Was sind Ihre Stärken und Schwächen?" ; "Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen?" ; "Warum überhaupt dieser Beruf?" ; "Was wissen Sie über die HAW?" ; "Was wissen Sie über den Beruf?" etc.pp.
    Ich machte mit der Ausbildungsleiterin ab, dass sie mich den darauffolgenden Montag (das VG fand 2 Tage vor meinem b-day statt) benachrichtigen wird. Und ich rechnete fest mit einer Absage... Aber ich bekam eine Zusage! Total beschissenes VG - Zusage...
    Ich verstand die Welt nicht mehr. XD
    Aber ich hab mich gefreut. ^__^


    Rat an alle von mir: Es ist immer gut, sich über alles zu informieren! Lasst das nicht schleifen. ^^ Man kann sich nicht ausreichend genug informieren. ^^

    3 Mal editiert, zuletzt von Bella ()

  • Danke für eure Antworten!


    Bella
    Da sieht man mal, dass es meist ganz anders kommt, als erwartet ;)


    Schreibt ruhig fleißig weiter. Hier sind bestimmt noch mehr FAMIs, die etwas erzählen können ;)

  • Hi,


    also bei meinem Vorstellungsgespräch für die Ausbildung war ich leider ziemlich verkrampft. Trotzdem hat es ja geklappt. :D
    An Fragen wurde gestellt:


    Nennen Sie bitte 3 Stärken/Schwächen.
    Können Sie auch unter Stress arbeiten?
    Können Sie sich auch bei Publikumsverkehr gut konzentrieren?
    Was sind Ihre Hobbies?
    Welche Schulfächer mögen Sie am liebsten?


    Bei den Fragen habe ich eigentlich ganz ehrlich geantwortet. Bei den Schwächen habe ich versucht, sie so zu drehen, dass sie zu Stärken werden: Z.B.:" Ich bin introvertiert, aber gerade deshalb kann ich mich gut in andere hineinversetzen, was ein Vorteil in Beratungsgesprächen ist."
    Dann kamen meine persönliche Horrorfragen:


    Wie stellen sie sich Ihr Aufgabengebiet im Archiv vor?
    Was ist für Sie der Hauptunterschied zwischen Archiv und Bibliothek?
    :eek: :verwirrt:


    Bei den Fragen hat mir mein Talent zum sinnlosen Wortschwall echt aus der Patsche geholfen, denn ich hatte leider nicht so wirklich viel Ahnung. Habe mein weniges Wissen dann in ein paar nette, halbwegs selbstbewusste Worte gekleidet und schwupp hatte ich es überstanden. Dann kam nur noch die harmlose Frage nach den eigenen Fragen. Habe nach der Berufsschule und den Übernahmechancen gefragt.


    Ansonsten kann ich noch kurz was zu meinem Vorstellungsgespräch für meine jetzige Stelle sagen. Ist zwar vielleicht weniger interessant für die Azubis in spe, aber vielleicht steht der ein oder andere unter euch gerade auch vor einem Vorstellungsgespräch dieser Art, also schreib ich's einfach mal.


    Das Vorstellungsgespräch war sehr angenehm. Es wurde viel gescherzt und ich habe mitgemacht, was gut ankam. Ansonsten wurde ich unter anderem gefragt, ob ich Angst vor Mäusen habe, weil die hier oft auf Dachböden mit Nagetieruntermiete aussondern müssen. Ich meinte dazu "Ich finde Mäuse süß", ;) was auch gut ankam. Sie wollten auch noch was zu meinen Hobbies wissen, z.B. was für Bücher ich gerne lese und was ich gerne zeichen. Vermutlich wollten sie damit testen, ob ich wirklich das mache, was ich als Hobbies angegeben habe, oder ob ich geflunkert habe, um mich gut darzustellen.
    Außerdem wollten sie noch was zu meinen bisherigen Aufgabenbereichen und Praktika wissen. Da unser Archiv sehr gut sortiert war und wir zufällig auch die gleiche Archivsoftware verwendet haben, konnte ich damit wohl gut auftrumpfen. Ist immer gut, wenn die bisherigen Aufgabengebiete den neuen ähneln. Wenn etwas neu für einen ist, kann man das aber auch zugeben, sollte dann aber sein Interesse am kennenlernen dieses Gebiets zum Ausdruck bringen.


    Allgemein kann ich nur raten, sich ruhig gesprächig zu geben. Natürlich sollte man nicht endlos schwafeln, aber wenn man immer nur einsilbig antwortet, kommt das nicht so toll an. Ihr solltet euch aber auch nicht verstellen. Das merken die Personalchefs in der Regel. Versucht locker zu bleiben, auch wenn ihr unter Strom steht. Oft kann ein kleiner Scherz auch das Eis brechen, so dass die Atmosphäre sich auflockert und das ernste Gespräch hinterher nicht mehr so schlimm erscheint.


    Bin gespannt darauf zu lesen, wie es Euch anderen hier im Forum so abgelaufen ist!


    Gruß,
    Porcelain

    Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis.


    Woody Allen :gruebeln:

  • Hab mal unser lieber Freund, die Suche, benutzt und bin auf diesen Thread gelandet...
    so wie ich das sehe, sind das vor allem Fragen für Leute, die Ausbildung noch vor sich haben.
    Gibt es da wesentliche Unterschiede, wenn man ausgelernt ist und sich auf ne Stelle bewirbt?
    Hat da jemand Erfahrung, kann etwas davon erzählen?

  • Hallo befami,


    zwischen Vorstellungsgesprächen für eine Ausbildung und für eine Stelle gibt es schon ein paar Unterschiede, manche Fragen sind aber die gleichen wie bei Ausbildungs-Vorstellungsgesprächen. Die Fragen variieren aber auch von Bibliothek zu Bibliothek.


    Bei meiner jetzigen Stelle in der ÖB kamen so Fragen wie z.B.:

    • wie sind Sie auf diese Stelle gekommen?
    • Warum haben Sie sich ausgerechnet bei unserer Bibliothek beworben?
    • Wie definieren Sie Qualitätsmanagement? (=> diese Frage kam, weil unsere BIB an einem Qualitätsmanagementverbund teilnimmt)
    • Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
    • Was sind Ihre Stärken/Schwächen?
    • Was könnten Sie dafür tun, um die Ausleihzahlen zu erhöhen?

    Für meine (hoffentlich bald) zukünftige Stelle in der WB kamen solche Fragen:

    • Welches Deskriptionszeichen kommt vor dem Zusatz zum Sachtitel?
    • Welche Datenbanken kennen Sie?
    • Wofür steht die Abkürzung KVK?
    • Was ist der KVK?
    • Die EDV fällt komplett aus, vor Ihnen steht eine Schlange Benutzer. Was tun Sie in diesem Fall/ wie reagieren Sie?
    • Sind Sie mehr der Typ "Tennisspieler" oder der Typ "Fußballspieler"? (diese Frage zielt darauf ab, ob man teamfähig ist. Natürlich bin ich eher ein Fußballspieler :D )


    etc. pp... da fallen mir jetzt auch nicht mehr alle Fragen ein, aber so unterschiedlich können die Fragen auch je nach Bibliothekstyp sein.
    Bei meinem Vorstellungsgespräch bei der UB Augsburg wurde ich fast gar nichts gefragt - die haben mehr von sich erzählt...


    Ganz dringender Rat: Unbedingt die Homepage der Bibliothek vorher durchlesen!!!!
    Es kommen auf jeden Fall Fragen zu Besonderheiten der Bibliothek, und wenn keine kommen, kann man selber etwas erwähnen, das macht immer einen guten Eindruck. Bei mir war das das sog. Qualitätsmanagement: Ich habe auf der Homepage gelesen, dass die Bibliothek daran teilnimmt und habe direkt von mir aus gesagt, dass ich sowas sehr interessant finde. Das gab schonmal direkt ein anerkennendes Kopfnicken und lächelnde Gesichter ;)

  • Danke für die Tipps!
    Die Homepage habe ich mir angeschaut, ich weiss so das Nötigste und hab sogar schon mit dem OPAC gearbeitetr und ein paar Sachen bemerkt. Zudem weiss ich ungefähr was für Studienfächer sie dort anbieten -
    aber wie weit muss ich das wissen?


    Das mit dem Deskriptionzeichen könnte mich hart erwischen...ich habe ja nie nach RAK katalogsiert....und kann es nur für ISBD sagen...bwah. Ich versuch mir zwar die RAK Kentnisse einzurprägen - so die Grundlegenden - habe aber momentan enorm viel zu tun nebenbei. Kannst du es mir sagen, Schattenwesen? Reines INteresse...ich tippe auf .- ? :)


    Noch so eine Frage: In der Stelle sind ja Technische Buchbearbeitung gefragt und in meinem Zwischenzeugnis steht so schön, ich hätte in der Buchbinderei und Signierstelle gearbeitet - nun ja, ich hab zugesehen wie sie einmal die Bücher signiert haben und gebunden haben (also Bücher werd ich ja sowieso wohl nicht binden oder...? Dafür gibts ja die Buchbinder...) Wie soll ich das erklären? Ich meine, ich werd das Signieren schaffen....oder wisst ihr was mit: Technischen Buchbearbeitung gemeint ist?



    Zum Gehalt: Es ist angegeben, dass sie bis EG 6 TV-L entlöhnen. Fragen die mich dann was ich für Gehaltsvorstellungen haben oder sagen sie mir einfach was ich kriegen würde? Weil da "bis zu" steht...heisst ja auch, dass es tiefer sein könnte!

  • befami: Gehört zwar eigentlich nicht zum Thema "Vorstellungsgespräche", aber ich denken mit dem Begriff "Technische Buchbearbeitung" gehört alles dazu, was du zur Einarbeitung von Büchern machst: Eigentumsstempel, Buch einbinden (es gibt mindestens 5 Begriffe für diese Arbeit), Signieren, entsp. Beilagen bearbeiten (je nachdem wie die Bibl. dies vorschreibt),... Ich denke das war so das Gröbste, achja vllt. noch Reparaturen (Seiten einkleben, Buchrücken, Umsysten,...)


    Hoffe du kannst was damit anfangen


    Grüße Bücherwurm74


  • Ich lehn mich jetzt einfach mal als hoffentlich baldiger Azubi aus dem Fenster und versuche zumindest auf ein paar Fragen einzugehen :D


    Beim Gehalt würde ich einfach mal darauf tippen, dass es auch davon abhängt welche Voraussetzungen Du mitbringst. Vielleicht welchen Schulabschluss Du maximal erreicht hast oder ob Du irgendwelche weiterführenden Qualifikationen mit einbringen kannst. Ansonsten kann ich es mir eigentlich weniger vorstellen, dass Du bei einer Verwaltung oder Ähnlichem gefragt wirst wie deine Gehaltsvorstellungen sind. Generell wirst Du aber ja vermutlich eh eine Vorstellung davon haben was Du verdienen möchtest bzw. was Du vielleicht auch für den normalen Lebensunterhalt grob verdienen musst.


    Zur Buchbinderei: Würde es dann auch so sagen wie Du es hier geschrieben hast. Etwas anderes hilft Dir ja auch nicht weiter, wenn Du jetzt zB sagen würdest Du könntest Bücher binden. Ganz oft erfüllt man die geforderten Fertigkeiten eh nicht. Solange man aber zu erkennen gibt, dass man kein Problem damit hat sich in neue Dinge einzuarbeiten, sollte das nicht zwingend ein Problem sein. Hatte ich ja auch schon in deinem Thread zum Thema mit den RAK-Kenntnissen geschrieben. Aber lieber jetzt im Gespräch angeben, als dass es dann später bei der Arbeit herauskommt. Oder bei deinen Fragen während des Gesprächs nachfragen wie hoch der Arbeitsanteil beim Buchbinden ist, da Du zwar die grundlegenden Kenntnisse hast, die Praxis jedoch noch Nachholbedarf hat. Kann natürlich auch sein, dass ich den Begriff "Technische Buchbearbeitung" jetzt komplett falsch verstanden habe :D ... Vielleicht ist damit ja auch nur das folieren gemeint ... aber das muss ich ja auch noch nicht im Detail wissen ;)


    Zu dem Wissen von der Homepage und was man wissen sollte:
    Meine Vorstellungsgespräche waren bisher ausschließlich in ÖB. Wichtig für mich war in erster Linie was für Angebote bieten sie ihren Nutzern an. Gibt es irgendwas was sie vielleicht von anderen unterscheidet? Haben sie vielleicht Altersgruppen auf die sie besonders eingehen? Gibt es vielleicht Kooperationen mit anderen Bibliotheken bzw. Städten und Landkreisen? Ganz allgemein gibt es vielleicht besondere Öffnungszeiten, die anders sind als bei anderen? Das hat mich selbst aber auch interessiert, da mich interessiert was mein möglicherweise zukünftiger Arbeitgeber bzw. Ausbildungsbetrieb mir an Möglichkeiten bieten kann und ob es dort Bereiche gibt, in denen ich mich vielleicht über das Normale einbringen möchte. Alles muss man aber vermutlich nicht wissen. Und bei einer Unibib wie bei Dir reicht es sicherlich auch grob die Studienbereiche zu kennen, aber nicht zwingend jedes Studienfach. Aber vielleicht noch etwas über die Geschichte, sofern es da vielleicht etwas Besonderes gibt und natürlich Institutsleiter usw. usf. Vielleicht habe ich es bei meinen Vorbereitungen auch immer ein wenig übertrieben, allerdings habe ich da bisher auch keine zu schlechten Erfahrungen mit gemacht. Und es hat mich ja auch interessiert. Habe mir die für mich wichtigen Dinge stichpunktartig rausgeschrieben und bin sie am Tag des Gesprächs nochmal überflogen.


    Habe gerade mein Quaselgen in den Fingern :D Ist aber mehr die Ungeduld, da der Zeitpunkt der Bekanntgabe der Ergebnisse näherrückt :D ... und mir schon schlecht ist :grosseaugen:

  • Also E6 TV-L ist die maximale Gehaltsklasse. Damit wärst du als Fami-Berufsanfänger gut dran. Da es Bezahlung nach Tarif ist, wird niemand nach Gehaltsvorstellungen gefragt bzw. diese dann bezahlt. Im öffentlichen Dienst ist alles festgeschrieben. Aber als Berufsanfänger wirst du vllt. auch nur nach E5 bezahlt, da du ja mit jedem Jahr in den Gehaltsstufen aufsteigst und E5 ist da meist die erste.
    Zur technischen Buchbearbeitung gehört aber auch z.B. Sicherungsstreifen, Barcodes oder RFID-Chips einzukleben und mit dem Exemplar zu verbinden. Aber z.B. auch die Bücher in eine durchsichtige Klebefolie einzuschlagen zum Schutz. Und natürlich Signieren und Beilagen bearbeiten wie es in der jeweiligen Bibliothek gehandhabt wird.

    Es gibt viele schreckliche Anblicke im Multiversum. Doch für eine Seele, die an den subtilen Rhythmus einer Bibliothek gewöhnt ist, existiert kein schrecklicherer Anblick als ein Loch dort, wo sich eigentlich ein Buch befinden sollte.

  • .. Aber als Berufsanfänger wirst du vllt. auch nur nach E5 bezahlt, da du ja mit jedem Jahr in den Gehaltsstufen aufsteigst und E5 ist da meist die erste.
    ...


    Man steigt automatisch in den Entwicklungsstufen, nicht aber in den Entgeltgruppen. Ersteres aber auch nicht in jedem Jahr!
    E5 meint die Entgeltgruppe 5, nicht die Entwicklungsstufe, dort würde man als Anfänger wahrscheinlich in 1 landen.


    Näheres: www.oeffentlicher-dienst.info

    Statistik: Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können. – Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humorist


    ... dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. - G. W. F. Hegel (Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs)


    Der schlimmste Fehler, den man im Leben machen kann, ist ständig zu befürchten, dass man einen macht. – Elbert Hubbard (1856-1915), The Note Book


    »Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben schon soviel mit sowenig solange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewältigen.« (Internetfund)


    Erstaunlich, dass Leute mit wenig Ahnung viel Meinung haben.

  • Des meinte ich eigentlich auch so. Leider hab ichs manchmal net so mit dem Ausdruck... ;-)

    Es gibt viele schreckliche Anblicke im Multiversum. Doch für eine Seele, die an den subtilen Rhythmus einer Bibliothek gewöhnt ist, existiert kein schrecklicherer Anblick als ein Loch dort, wo sich eigentlich ein Buch befinden sollte.

  • Zur technischen Buchbearbeitung gehört aber auch z.B. Sicherungsstreifen, Barcodes oder RFID-Chips einzukleben und mit dem Exemplar zu verbinden. Aber z.B. auch die Bücher in eine durchsichtige Klebefolie einzuschlagen zum Schutz. Und natürlich Signieren und Beilagen bearbeiten wie es in der jeweiligen Bibliothek gehandhabt wird.


    Dem stimme ich definitiv zu! Die Buchbindereien binden in der Regel die Bücher neu (evtl. auch Sachen aus dem eigenen Bestand, z. Bsp. im Taschenbuchformat (Klebebindung)).


    Was die Bezahlung angeht: E5 als Eingruppierung von Famis (entspricht ja ungefähr dem alten BAT 7) ist in der Regel ok. Wer also nach E6 oder höher bezahlt wird, ist gut dran.... Du gehst ja in der jeweiligen E-Gruppe mit den Jahren höher und Verhandlungen sind im öffentlichen Dienst (TVL oder TVöD sind da gleich zu stellen) normalerweise nicht machbar.


    Viele Grüße Bücherwurm74

  • Was das Gehalt angeht: Ich "bestehe" nicht auf Gehaltsverhandlungen. Ich bin auch absolut mit einem EG 5, Stufe 1 zufrieden. Einfach das mindestens und nicht irgendwie EG3 ... das würde ich mich auch wehren, ich habe ja nicht ohne Grund eine drejährige Fachausbildung absolviert.


    Was die Technische Buchbearbeitung angeht: Danke, WIki sagt das auch =)
    Soll ich den jetzt einfach ehrlich sein, wenn sie mich fragen ob ich das schon mal gemacht habe? So à la: Nein, ich habe bis jetzt einmal zugesehen, aber ich kann mich da reinarbeiten ? (Ich habe hingegen schon mal selbst ein Buch gebunden...)
    Und was mach ich, wenn sie mich nicht danach fragen? Ich habe manchmal zwei linke Hände, aber ich denke ich kann das lernen, ich werds einfach üben müssen, muss ich das auch erwähnen? Das wertet mich doch eigentlich vehement ab nicht? Deswegen wollte ich "manchmal ein bisschen ungeschickt" nicht als Schwäche nennen ..?


    Folieren bei euch wissentsschaftliche Bibliotheken noch? Bei uns wird das schon seit ein paar Jahren nicht mehr gemacht aus Verschmutzunggründen...

  • Wir machen es net, sind aber auch relativ klein. Die UB Heidelberg machts aber, ebenso die Stabi Mannheim obwohl keine WB. Aber in großen WBs eigentlich schon. Gehört aber ja auch zur techn. Buchbearb. und lässt sich denk ich schnell lernen. Früher bei Schulbüchern hab ichs auch gemacht. Ist ja im Grunde genommen das selbe.

    Es gibt viele schreckliche Anblicke im Multiversum. Doch für eine Seele, die an den subtilen Rhythmus einer Bibliothek gewöhnt ist, existiert kein schrecklicherer Anblick als ein Loch dort, wo sich eigentlich ein Buch befinden sollte.

  • Was die Technische Buchbearbeitung angeht: Danke, WIki sagt das auch =)
    Soll ich den jetzt einfach ehrlich sein, wenn sie mich fragen ob ich das schon mal gemacht habe? So à la: Nein, ich habe bis jetzt einmal zugesehen, aber ich kann mich da reinarbeiten ? (Ich habe hingegen schon mal selbst ein Buch gebunden...)
    Und was mach ich, wenn sie mich nicht danach fragen? Ich habe manchmal zwei linke Hände, aber ich denke ich kann das lernen, ich werds einfach üben müssen, muss ich das auch erwähnen? Das wertet mich doch eigentlich vehement ab nicht? Deswegen wollte ich "manchmal ein bisschen ungeschickt" nicht als Schwäche nennen ..?


    Ich würde auf jeden Fall ehrlich sein. Umgekehrt erwartest Du das ja sicherlich auch, dass ein Arbeitgeber Dir nicht wilde Versprechungen macht, die sich hinterher als warme Luft herausstellen. Das mit den linken Händen und den üben müssen würde ich nicht unbedingt erwähnen. Es sollte aber daraus schon ersichtlich sein, dass Du nicht ganz sicher darin bist, wenn Du es noch nicht oft gemacht hast.

  • Und wenn sie nicht danach fragen, ist es ihr Bier oder wie?
    Oder soll ich - was mir allerdings wie ein Streber vorkommt - ihnen am Schluss noch stecken: Sie, ich hab noch gar nie technische Buchbearbeitung gemacht, wussten Sie das?


    Irgendwie habe ich das Gefühl Du verkomplizierst das alles ein wenig ;) Ist aber nicht böse gemeint :)
    In keinem Fall würde ich es so negativ ausdrücken ... soll heißen nicht sagen "Ich kann etwas nicht!" ... Wenn diese technische Bearbeitung ein Thema ist, das Dir wirklich Bauchschmerzen bei der Stelle macht, dann würde ich im Anschluss, wenn man Dir die Möglichkeit gibt Fragen zu stellen, nachfragen in welchem Umfang die Bearbeitung dort durchgeführt wird oder was da auf Dich zukommt. Mit dem Zusatz, dass das jetzt nicht unbedingt dein Fachgebiet ist, aber Du grundlegende Einblicke erhalten konntest und Dich auch gerne in neue oder weiterführende Aufgaben hineinarbeiten möchtest. Wenn das Wissen darüber für Dich aber eher sekundär ist, dann würde ich es vielleicht auch gar nicht mehr erwähnen. Aber vermutlich würde man auch gar nicht mehr an so eine Frage denken, wenn es einen nicht so interessiert ;)


    Das alles sind immer so Sachen, die ich machen würde. Leider heißt das nicht, dass dies immer der beste Weg ist. Für mich würde das in einer solchen Situation jedoch das beste Bauchgefühl hinterlassen. Letztendlich muss Du aber auch für Dich entscheiden welchen Weg Du da gehst. Und andere hier im Forum würden vielleicht auch anders daran gehen. Zumal mir im konkreten Beispiel ja auch das technische Verständnis für die einzelnen Aufgaben fehlt ... zum jetzigen Zeitpunkt.